Indifferente Ziele

Kurz & einfach erklärt:

Indifferente Ziele verständlich & knapp definiert

Ziele, die dem Entscheidungsträger als gleich erstrebenswert erscheinen. Er hat demnach keine Präferenz und steht den Zielen indifferent gegenüber.

Indifferente Ziele bezeichnen Unternehmensvorgaben, die sich gegenseitig nicht beeinflussen und deshalb unabhängig voneinander verfolgt werden können. Die Unabhängigkeit ist in gewisser Hinsicht jedoch bloß theoretischer Natur. Denn jede Zielverfolgung verschlingt Zeit und Ressourcen, die für die Erfüllung anderer Vorgaben fehlen.

Indifferente Unternehmensziele sind gang und gäbe in der betrieblichen Praxis. Viele Sachziele sind zum Beispiel notwendig, um Formalziele zu erfüllen. Sie existieren nebeneinander, ohne miteinander in Berührung zu bekommen.

Ein konkretes Beispiel aus der Praxis

Ein konkretes Beispiel veranschaulicht dies plastisch: Praktisch jedes Unternehmen pflegt heutzutage einen Internetauftritt. Die Folge ist eine bessere Kundenkommunikation und im Idealfall eine Umsatzsteigerung. Das gleiche Unternehmen hält eine Verbesserung im Produktionsablauf für notwendig, um eine höhere Fertigungsgeschwindigkeit bei gleichbleibender Qualität zu erreichen. Die Folge ist eine gesteigerte Produktivität.

Beide Ziele haben nicht das Geringste miteinander gemeinsam. Unterschiedliche Mitarbeiter kümmern sich um die Umsetzung. Zudem erfüllen die Leistungskriterien verschiedener Formalziele. Deshalb bewertet das Controlling die Umsetzung beider Ziele auch separat voneinander.

Wann Konflikte entstehen können

Indifferente Zielvorgaben können jedoch Konflikte hervorrufen, wenn man die verschiedenen Vorgaben an denselben Mitarbeiter oder dasselbe Team delegiert. Bei nicht-korrelierenden Zielen fällt es schwer, Prioritäten zu setzen.

In der Regel kümmern sich Mitarbeiter zunächst um jene Aufgaben, von denen sie die meisten Konsequenzen erwarten. Andere Aufgabenstellungen werden zwangsläufig vernachlässigt. Dieses Problem lässt sich nur umgehen, sofern man indifferente Ziele unterschiedlichen Verantwortungsbereichen zuweist.

Unterschied zu konkurrierenden und komplementären Zielen

Im Unterschied zu indifferenten Zielen befinden sich konkurrierende und komplementäre Ziele immer in einem direkten Abhängigkeitsverhältnis.

Bei konkurrierenden Zielvorgaben handelt es sich um einen Widerspruch zwischen Zielvorgaben, der im Prinzip unlösbar ist. Je mehr man sich der Zielerfüllung von Vorgabe A annähert, umso mehr entfernt man sich von Vorgabe B. Beide Ziele lassen sich nicht erreichen.

Bei komplementären Zielen wirkt sich das Erreichen von Ziel A automatisch positiv auf die Zielvorgabe B aus. Dieser Zusammenhang gilt allerdings auch im umgekehrten Fall. Wer Ziel A verfehlt, kann Ziel B ebenfalls nicht erreichen.

Zusammenfassung Indifferente Ziele:

  • Indifferente Ziele sind die einzigen Unternehmensziele, die sich gegenseitig nicht beeinflussen
  • Indifferente Zielvorgaben sind im betrieblichen Alltag gang und gäbe
  • Konflikte entstehen bei der parallelen Abarbeitung mehrerer indifferenter Ziele im gleichen Verantwortungsbereich

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