Importe

Kurz & einfach erklärt:

Importe verständlich & knapp definiert

Die Bezeichnung für Waren und Dienstleistungen, die durch ein Unternehmen in ein Rechtsgebiet eingeführt werden, in dem es nicht seinen ständigen Sitz hat. Die Grenzen dieser Rechtsgebiete werden zumeist durch Ländergrenzen definiert, obwohl dies nicht notwendigerweise der Fall sein muss.

Unter Importen versteht man im internationalen Handel die Einfuhr von Waren und Dienstleistungen, die ihren Ursprung außerhalb des betrachteten Landes haben. Das Gegenstück zu den Importen sind die Exporte. In der Volkswirtschaftslehre spielt die Differenz aus Exporten und Importen, der Nettoexport oder Außenbeitrag, eine wichtige Rolle.

Importgenehmigungen und Einfuhrkontingente


Längst nicht jede Ware oder Dienstleistung darf in unbegrenzter Höhe importiert werden. Einzelne Warengruppen unterliegen je nach Land bestimmten Mengenbeschränkungen, sogenannten Einfuhrkontingenten. Für solche Güter müssen spezielle Importgenehmigungen eingeholt werden. In Deutschland ist dies beispielsweise für Stahl, Eisen, Textilien, Bekleidungswaren oder verschiedene andere Güter der Fall. Die Genehmigung zur Einfuhr dieser Güter muss in der Bundesrepublik Deutschland beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle eingeholt werden.

Einfuhrkontingente haben verschiedene Ziele, in erster Linie sollen etablierte heimische Märkte geschützt und verhindert werden, dass diese durch wesentlich günstigere Konkurrenzprodukte aus Entwicklungs- oder Schwellenländer geflutet werden. In der Folge bleiben die einheimischen Produzenten auf ihren hergestellten Gütern sitzen, da diese nicht konkurrenzfähig sind. Die Unternehmen erzielen niedrigere Gewinne oder sogar Verluste und müssen unter Umständen sogar Mitarbeiter entlassen. Der Staat erzielt niedrigere Steuereinnahmen und muss höhere Unterstützungszahlungen leisten, er hat also definitiv ein Interesse daran, dass die Importe beispielsweise durch Importquoten reguliert werden.

Außenhandelspolitik

Die Politik strebt auf der einen Seite natürlich eine möglichst effiziente und kostengünstige Versorgung der Volkswirtschaft mit Gütern an. Durch den Abbau von Handelsbarrieren werden Importe günstiger und der Außenhandel befruchtet. Davon profitiert die Wirtschaft, da sie die für die Produktion benötigten Materialien günstiger in Übersee oder Fernost einkaufen kann. Auf der anderen Seite greift die Politik aber auch in den freien Import und Export der Waren und Dienstleistungen ein, etwa um Schlüsselindustrien zu schützen und den Preisverfall auf den heimischen Märkten durch billige Konkurrenz aus dem Ausland zu verhindern.

Probate Mittel sind unter anderem Einfuhrzölle oder Einfuhrkontingente, über die die Menge der importierten Waren und Dienstleistungen beschränkt wird. Weitere Instrumente sind hohe Umweltstandards, bürokratische Hürden sowie lange Genehmigungsverfahren. Durch diese Maßnahmen wird ebenfalls die heimische Wirtschaft gestärkt, da in Deutschland ansässige Unternehmen ihre Materialien nun lokal beziehen müssen. Dies schafft zusätzliche Arbeitsplätze bei Zulieferern und der Staat profitiert durch höhere Steuereinnahmen. In der Europäischen Union besteht ein gemeinsamer Binnenmarkt mit einem einheitlichen Steuergebiet sowie einem freien Güter-, Dienstleistungs-, Personen- und Kapitalverkehr.

Zusammenfassung Importe

  • Unter Importen wird die Einfuhr von Waren und Dienstleistungen aus dem Ausland verstanden
  • Für einige Güter und Dienstleistungen gibt es Importbeschränkungen und Einfuhrkontingente
  • Die Außenhandelspolitik sieht sich einem Zielkonflikt aus effizienter Versorgung und Schutz der heimischen Wirtschaft gegenüber
  • Die Genehmigung zur Einfuhr bestimmter Güter muss in Deutschland beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle eingeholt werden
  • In der Europäischen Union besteht ein gemeinsamer Binnenmarkt mit einem freien Güter-, Dienstleistungs-, Personen- und Kapitalverkehr

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Themen: VWL

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