Hochkonjunktur

Kurz & einfach erklärt:

Hochkonjunktur verständlich & knapp definiert

Hochkonjunktur bezeichnet die Wirtschaftsphase in denen die Wirtschaft ein großes Wachstum zu verzeichen hat. Dabei steigen meist Renditen, Lohn und Wohlstand.

Bei Hochkonjunktur befindet sich die Volkswirtschaft am Ende der Boomphase, bei der die Kapazitäten der Wirtschaft ausgelastet sind. In dieser Sättigungsphase erreicht die Nachfrage ihren Höhepunkt und Vollbeschäftigung wird erreicht. Im Konjunkturverlauf folgt auf die Hochkonjunktur der Abschwung (Rezession).

Konjunktur

 Aufgrund vieler Einflussfaktoren ergeben sich natürliche Schwankungen im Auslastungsgrad des Produktionspotenzials einer Volkswirtschaft, die auch gemeinhin als Konjunktur bekannt sind. Diese Einflussfaktoren sind teilweise saisonaler Struktur, hängen teilweise aber auch mit internationalen Verflechtungen im Warenverkehr (Nachfrageänderungen durch Wechselkursschwankungen) zusammen.

Mit diesen Schwankungen gehen Schwankungen der ökonomischen Größen einher. In Phasen des wirtschaftlichen Aufschwungs (Expansion) steigt die gesamtwirtschaftliche Produktion, es werden mehr Investitionen getätigt, die Preise ziehen an und die Nachfrage nimmt zu. Die gesteigerte Nachfrage führt wiederum zu einer Nachfrage nach Arbeitskräften, wodurch die Arbeitslosigkeit sinkt. Die Expansionsphase erreicht an ihrem Ende die Sättigungsphase (Boom), die auch als Hochkonjunktur bekannt ist.

Darstellung vom Konjunkturzyklus
Der Konjunkturzyklus mit den den Konjunkturphasen

Arbeitsmarkt bei Hochkonjunktur

 Die gesamtwirtschaftliche Produktion ist auf ihrem Höhepunkt, in der Theorie herrscht Vollbeschäftigung. Die Arbeitnehmer nehmen in Zeiten der Hochkonjunktur eine gestärkte Verhandlungsposition ein und können in Gehaltsverhandlungen unter Umständen höhere Löhne aushandeln, schließlich sind die Unternehmen auf die Arbeitsleistung ihrer Arbeitnehmer angewiesen, da es am Arbeitsmarkt keinen adäquaten Ersatz gibt. Dies gilt besonders für hochqualifizierte Arbeitnehmer und Facharbeiter. Arbeitnehmer und Gewerkschaften versuchen daher vermehrt in Zeiten des Booms Lohnforderungen durchzudrücken.

Die Rolle von Erwartungen

 Die Erwartungen spielen eine entscheidende Rolle in der Phase der Hochkonjunktur. Vermehrt werden Fehlinvestitionen getätigt, deren Rückzahlungen sich aufgrund von allzu optimistischen Erwartungen nicht erfüllen. Der Markt ist gesättigt und es drohen bereits erste Preisverfalle in Teilmärkten. Insgesamt nimmt das Marktvolumen immer weniger stark zu. Besonders kleine und produktionsschwache Unternehmen werden vor immense wirtschaftliche Probleme gestellt und scheiden zunehmend aus dem Markt aus.

Zusammenfassung Hochkonjunktur

  

  • bei Hochkonjunktur werden die Kapazitäten der Wirtschaft voll ausgelastet
  • die Nachfrage erreicht ihren Höhepunkt, es herrscht Vollbeschäftigung
  • Arbeitnehmer nehmen in der Boomphase eine verbesserte Verhandlungsposition ein und versuchen Lohnforderungen durchzudrücken
  • aufgrund positiver Erwartungen werden vermehrt Fehlinvestitionen getätigt
  • auf die Hochkonjunktur folgt der wirtschaftliche Abschwung (Rezession)

 

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Themen: VWL

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