Hedging

Kurz & einfach erklärt:

Hedging verständlich & knapp definiert

Der Begriff Hedging stammt aus dem Investmentbereich und bezeichnet die Absicherung bestehender Positionen. In der Regel nutzen Anleger hierzu Finanzderivate, mit denen sie auf den Kursverlust bestimmter Wertpapiere setzen.

Der Begriff des Hedging entstammt dem englischen und bezeichnet die Abgrenzung oder Absicherung. Das Hedging findet in Hedgefonds Anwendung, um das Risiko in Kapitalanlagen abzusichern. Eine Verkaufsoption auf Aktien oder Indizes stellt eine Form des Hedging dar.

Hedging bei Finanzgeschäften

Erwirbt ein Anleger beispielsweise Aktien eines Unternehmens, so ist dieses Geschäft immer mit einem gewissen Risiko verbunden. Schließlich können die Aktienkurse sinken, der Konzern könnte sogar Insolvenz anmelden müssen. Bei besonders risikoreichen Geschäften sichern sich gerade große, institutionelle Anleger gegen bestimmte Risiken ab. Im Rahmen des Hedgings werden dabei in der Regel gegenläufige Positionen eröffnet, wozu Derivate wie Optionen eingesetzt werden. Ein Beispiel:

Ein Fonds kauft für 100 Millionen US-Dollar Aktien eines aufstrebenden US-Konzerns. Trotz der aktuell guten Zahlen ist fraglich, wie sich das Unternehmen in den nächsten drei Jahren entwickeln wird. Deshalb kauft der Fonds gleichzeitig Optionen, mit denen auf Kursverluste des Unternehmens spekuliert wird. Diese Kosten zunächst 10 Millionen US-Dollar an Gebühr, würden im Verlustfall aber einen Ertrag von 70 Millionen US-Dollar liefern. Jetzt gibt es zwei mögliche Szenarien:

  • Kurssteigerung: Entwickelt sich das Unternehmen in den nächsten Jahren gut, so lässt der Fonds die Optionen verfallen. Zwar steht dann ein Verlust von 10 Millionen US-Dollar durch die Optionsgebühren zu Buche, das würde der Anstieg der Aktien aber egalisieren.
  • Kursverlust / Pleite: Kommt es hingegen zu einer Unternehmenspleite oder Kursverlusten, so wären die gekauften Aktien nicht mehr viel wert. Aber: Durch die Optionen können immerhin 70 der investierten 100 Millionen US-Dollar zurückgewonnen werden.

Unternehmen nutzen Hedging zur Absicherung von Exportgeschäften

Hedging kommt nicht nur bei Finanzgeschäften zum Einsatz, sondern auch im Im- und Export-Bereich. Denn für Unternehmen ergeben sich hier ebenfalls gewisse Risiken, die besonders in Währungsschwankungen begründet sind. Vereinbart ein Unternehmen heute, in der Zukunft Waren für 1 Million US-Dollar zu kaufen, so kann ein Einbruch des Euro den künftigen Kauf verteuern. Daher wird mittels Termingeschäft schon heute ein künftiger Tausch von Euro gegen US-Dollar zu einem festgelegten Preis vereinbart.

Dieses Prinzip kommt auch beim Einkauf von Rohstoffen zum Tragen. Oft vereinbaren Rohstoffproduzenten und ihre Kunden feste Preise für mehrere Monate, die dann zwar etwas über dem aktuellen Marktniveau liegen, aber dennoch gegen einen rasanten Anstieg absichern.

Hedging – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Hedging bezeichnet die Minimierung von Risiken
  • Im Finanzbereich sichert Hedging bestehende Positionen ab
  • Unternehmen nutzen Hedging zur Sicherung von Rohstoffpreisen und gegen Wechselkursschwankungen

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Themen: Börse

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