Hausse

Kurz & einfach erklärt:

Hausse verständlich & knapp definiert

Von einer Hausse sprechen Börsenexperten immer dann, wenn sich die Aktienkurse über einen längeren Zeitraum hinweg konstant positiv entwickelt. Allerdings existiert keine einheitliche Abgrenzung des Begriffs.

Die Hausse ist das Gegenteil der Baisse und kennzeichnet einen Kursanstieg der Aktien an der Börse, der über einen längeren Zeitraum hinweg anhält. Von einer Hausse wird demnach nicht bereits gesprochen, wenn die Aktienkurse einige Tage hintereinander steigen, sondern es muss sich bei der Hausse immer um einen mittelfristigen bis langfristigen Trend handeln.

Es gibt zwar keine eindeutig definierten zeitlichen Grenzen, aber in der Regel wird ab dann von einer Hausse gesprochen, wenn die Kurse an den Börsen über mindestens einen Monat hinweg ansteigen. Zudem sollten auch die kurzfristigen Aussichten weiterhin positiv sein. 

Ab wann ist von einer Hausse zu sprechen?

Grundsätzlich kenne Börsianer drei verschiedene Arten von Märkten: Bullenmarkt, Bärenmarkt und Seitwärtsmarkt. Diese Bezeichnungen beziehen sich alle auf die aktuelle Kursentwicklung der Wertpapiere, die in genau diesem Markt zusammengefasst sind. Von einer Hausse sprechen Fachleute immer dann, wenn sich die Kurse der Werte in der jüngeren Vergangenheit positiv entwickelt haben. Gemeint sein können etwa starke, anhaltende Kursanstiege in:

  • Einzelnen Branchen
  • Ganzen Nationen
  • Größeren Wirtschaftsräumen
  • Der kompletten Welt
Bulle guckt auf Zettel mit Hausse an der Boerse
Hausse oder auch Bullenmarkt

Allerdings existiert keine genaue Definition davon, wann genau von einer Hausse zu sprechen ist. Grundsätzlich muss sich ein klarer Trend im Markt abzeichnen, der nicht nur wenige Tage, sondern zumindest einige Wochen anhält. Zudem sollten die Kursanstiege relativ deutlich sein, liegt das Wachstum nur bei wenigen Prozentpunkten, ist eher von einem Seitwärtsmarkt zu sprechen. Ein gutes Beispiel für eine anhaltende Hausse ist der Kursverlauf des DAX in den Jahren 2009 und 2010. Vom März 2009 ging es von rund 4.000 Punkten steil auf etwas mehr als 7.000 Punkte Ende 2010 herauf.

Übrigens: Entgegen der französischen Sprechweise „Hos“ wird der Begriff Hausse sowohl im deutschen als auch im englischen Sprachraum meist „Hosse“ ausgesprochen.

Gegenteil der Hausse: Baisse

Auch für den umgekehrten Fall kennen Börsianer einen Fachbegriff: Baisse. Hiervon ist dann zu sprechen, wenn die Märkte über einen längeren Zeitraum hinweg konstant fallen. Genau wie bei der Hausse, existiert für die Baisse ebenfalls keine genaue, wissenschaftliche Definition. Im Zuge der Finanzkrise 2008 fielen die Kurse zwar binnen kurzer Zeit rapide, von einer Baisse sprachen jedoch nur wenige Anleger. Zu kurz war der Zeitraum des Einbruchs, Fachleute nutzten drastischere Termini wie etwa „Krise“ oder „Absturz“.

Hausse – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Als Hausse wird ein längerer Aufwärtstrend an der Börse bezeichnet
  • Es existiert keine genaue, wissenschaftliche Definition einer Hausse
  • Das Gegenteil der Hausse ist die Baisse, ein Abfall der Kurse

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Themen: Börse

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