Haushaltsdefizit

Kurz & einfach erklärt:

Haushaltsdefizit verständlich & knapp definiert

Ein Haushaltsdefizit liegt vor, wenn der Haushaltssaldo am Jahresende negativ ist. In diesem Fall übersteigen die öffentlichen Ausgaben des Staates dessen Erträge. Zum Ausgleich muss der Staat (weiter) Schulden aufnehmen, wenn sich keine neuen Einnahmequellen (beispielsweise durch Steuererhöhungen) erschließen lassen.

Hierbei handelt es sich um einen Begriff aus der Volkswirtschaft. Ein Haushaltsdefizit bezeichnet den Betrag, um den die Ausgaben die Einnahmen eines Staates übersteigen. Um ein solches Defizit auszugleichen, muss ein Staat in der Regel neue Schulden aufnehmen oder seine Einnahmequellen (Steuern) erhöhen. Sind die Einnahmen einer Volkswirtschaft höher als die Ausgaben, spricht man von einem Haushaltsüberschuss.

Die Waage ins Gleichgewicht bringen – Haushaltskonsolidierung

Unter eine Haushaltskonsolidierung fallen alle Maßnahmen mit der Aufgabe, das Haushaltsdefizit abzubauen. Ziel ist anfänglich die Vermeidung einer Netto-Neuverschuldung. Langfristiges Ziel ist jedoch die Verringerung des Schuldenstands.

Konsolidierungsmaßnahmen können auf der Einnahmenseite als Steuer-, Gebühren- und Beitragserhöhungen Anwendung finden und auf der Ausgabenseite durch Schließungen öffentlicher Einrichtungen, Umschuldungsmaßnahmen, Privatisierungen oder Investitionsrücknahmen vorgenommen werden. Eine Haushaltskonsolidierung ist rechtlich vorgeschrieben, um die Generationengerechtigkeit zu wahren.

Haushaltsdefizit trifft immer die Nachkommen

Eine Volkswirtschaft, welche über ihre Verhältnisse lebt, hinterlässt ihren Nachkommen die kompletten Konsequenzen ihres Handelns. Die nachfolgenden Generationen stehen vor einem hohen Schuldenberg und müssen unter Umständen gewaltige Einsparungen hinnehmen und auf ein großes Stück Lebensqualität verzichten. Daher hat ein Staat die Pflicht, diese Generationengerechtigkeit einzuhalten und nicht über Gebühr auf Kosten zukünftiger Generationen zu leben. In der Praxis ist diese Eingrenzung jedoch schwer einzuschätzen.

Konsequenzen hoher Defizitquoten

In Deutschland hat eine große Anzahl von Kommunen regelmäßig hohe Defizitquoten. Daher müssen solche Kommunen ein Haushaltssicherungskonzept vorlegen. Dieser soll neben kurzfristigen Handlungen auch mittel- und langfristige Planungen aufführen, die das Defizit auf lange Sicht verringern.

Haushaltsdefizit – Zusammenfassung

  • Bezeichnet die Differenz, wenn die Ausgaben die Einnahmen übersteigen.
  • Europäische Staaten sind verpflichtet, ein Haushaltssicherungskonzept vorzulegen. Eine bestimmte Verschuldungsquote darf nicht überschritten werden.
  • Die Auswirkungen eines Haushaltsdefizits treffen in der Regel die nachfolgenden Generationen.

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Themen: Börse

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