Handelsspanne

Kurz & einfach erklärt:

Handelsspanne verständlich & knapp definiert

Die Handelsspanne bezeichnet die Differenz zwischen Einkaufs- und Verkaufspreisen von Händlern. Diese Differenz determiniert den Gewinn, den ein Handelsunternehmen erwirtschaften kann.

Die Handelsspanne bezeichnet die Differenz zwischen Einstandspreis und Verkaufspreis einer Ware.
Sie wird üblicherweise in Prozent des Verkaufspreises angegeben, kann aber auch als absolute Zahl in Form der Stückspanne ausgedrückt werden, die dann dem Rohertrag des betreffenden Artikels gleichkommt. In der Praxis ist auch die Ermittlung von durchschnittlichen sowie von Warengruppen- und Betriebshandelsspannen üblich.

Zweck der Handelsspanne

Zweck der Handelsspanne ist die Ermittlung von Kalkulationsaufschlägen. Die tatsächliche Handelsspanne, auch als Ist-Spanne bezeichnet, stellt im Endeffekt das Entgelt für die vom Händler erbrachte Leistung dar. In der Handelskalkulation wird sie so berechnet, dass sowohl die Kosten gedeckt als auch ein Gewinnbeitrag erzielt wird. Sie dient zudem als Vergleichsgröße für die Sollspanne, um so den Rohertrag prüfen zu können. Im Gegensatz zum Kalkulationszuschlag wird bei der Handelsspanne der (Netto-)Verkaufspreis als Ausgangsgröße verwendet.

Berechnung der Handelsspanne

Die Handelsspanne lässt sich mit der folgenden Formel berechnen:


(Nettoverkaufspreis - Einstandspreis) / Nettoverkaufspreis * 100


Das Ergebnis ist die Handelsspanne als Prozentwert.

Anteil des kalkulatorischen Gewinns

Ein wichtiger Bestandteil der Handelsspanne ist der kalkulatorische Gewinnanteil, der sich in erster Linie aus drei Bestandteilen zusammensetzt:

Die kalkulatorischen Zinsen dienen dem betriebsnotwendigen Kapital, da der Unternehmer ein Interesse daran hat, dass sich das von ihm eingesetzte Kapital verzinst. Der kalkulatorische Unternehmerlohn kompensiert den anteiligen Arbeitseinsatz des Unternehmers bzw. Kapitaleigners. Die kalkulatorische Wagnisprämie kommt meist bei risikoreicheren Anlagen mit hinzu und ist insofern kein fester Bestandteil des kalkulatorischen Gewinnanteils.

Handelsspanne als Instrument der Preisfindung

Mithilfe der Handelsspanne steht dem Händler ein Instrument zur Preisbildung zur Verfügung, da sich der Preis am einfachsten über diese variieren lässt. Besteht auf dem Markt beispielsweise eine sehr hohe Nachfrage bei vergleichsweise geringem Angebot (Verkäufermarkt), lässt sich eine höhere Handelsspanne realisieren. Im umgekehrten Fall kann es nötig sein, die Handelsspanne deutlich zu senken, um die Produkte angesichts des Preisdrucks der Konkurrenz noch verkaufen zu können. Die geringeren Einnahmen müssen dann gegebenenfalls anderweitig kompensiert werden.

Zusammenfassung Handelsspanne

  • Differenz zwischen Nettoverkaufspreis und Einstandspreis
  • Entgelt für die vom Händler erbrachte Leistung
  • Dient der Kostendeckung und dem Gewinnbeitrag
  • Wird als Instrument der Preisfindung eingesetzt
  • Ermöglicht als solches Reaktionsmöglichkeiten auf die Gegebenheiten des Marktes

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Themen: Kostenrechnung

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