Güterstrom

Kurz & einfach erklärt:

Güterstrom verständlich & knapp definiert

Die gesamtwirtschaftliche Betrachtung von Materialströmen in der Produktion und resultierenden Güterströmen zum letztlichen Konsument. Historisch wird der Geldstrom vom Güterstrom unterschieden.

Der Güterstrom stellt dar, wie Wirtschaftssubjekte Güter untereinander tauschen. Wirtschaftssubjekte sind unter anderem die privaten Haushalte und Unternehmen. Die Güter als Wirtschaftsobjekte umfassen neben Sachgütern und Dienstleistungen Faktorleistungen, insbesondere Arbeitsleistungen. Im Modell des Wirtschaftskreislaufs spielt der Güterstrom eine zentrale Rolle, dem steht ein Geldstrom gegenüber. Wenn private Haushalte zum Beispiel Waren kaufen, bezahlen sie diese mit Geld. Unternehmer vergüten zudem Arbeitsleistung mit Geld, mit dem die Beschäftigten Konsumgüter erwerben oder Ersparnisse bilden können.

Einfacher Wirtschaftskreislauf

Mittels eines Wirtschaftskreislaufs stellt die Volkswirtschaftslehre die wesentlichen Tauschvorgänge dar. Die erste systematische Herangehensweise mit einem solchen Modell stammt von dem Physiokraten François Quesnay, der 1758 sein Tableau économique veröffentlichte. Bekannte Volkswirtschaftler wie John Maynard Keynes und Richard Stone haben dieses Kreislaufmodell weiterentwickelt. Es gibt mittlerweile unterschiedliche Modelle, die sich beim Grad der Komplexität unterscheiden.

Ein einfacher Wirtschaftskreislauf fokussiert auf die privaten Haushalte und Unternehmen als Wirtschaftssubjekte. Die einen bieten ihre Arbeitsleistung an, die anderen offerieren Sachgüter und Dienstleistungen. Dieser einfache Wirtschaftskreislauf lässt sich ergänzen, indem man zum Güterstrom von den privaten Haushalten Richtung Unternehmen die Bereitstellung von Kapital hinzuzählt. Private Haushalte geben nicht ihr gesamtes Einkommen für den Konsum aus, sie sparen einen Teil. Banken nutzen diese Sparguthaben, um Betrieben Kredite zu gewähren.

Komplexere Modelle

Erweiterte Modelle beziehen den Staat als zusätzlichen Wirtschaftsakteur sowie den Austausch mit dem Ausland ein. Sie berücksichtigen auch die Investitionen von Unternehmen, die bei anderen Firmen für Umsätze sorgen. Diese komplexen Modelle bilden die offene Volkswirtschaft in einer globalisierten Wirtschaft realistischer als der einfache Wirtschaftskreislauf ab: So beeinflusst das Verhältnis der Güterströme Importe und Exporte die Wirtschaftsleistung eines Staates.

Auch Arbeitskräfte sind nicht an eine Volkswirtschaft gebunden, das belegen Arbeitsmigranten. Häufig überweisen diese einen Teil ihres Lohns in ihre ursprüngliche Heimat, wo sie Verwandten zur Anschaffung von Konsumgütern dient. Komplexe Modelle zeigen auf, dass eine Volkswirtschaft nicht statistisch ist: Stattdessen geht der Wirtschaftskreislauf mit zahlreichen Variablen einher, von denen volkswirtschaftliche Kennzahlen wie das Bruttoinlandsprodukt abhängen.

Güterstrom - Zusammenfassung:

  • Bestandteil von Kreislaufmodellen der Volkswirtschaft
  • Geldstrom als Gegenstück
  • Güterströme umfassen unter anderem Sachgüter und Arbeitsleistung
  • komplexe Modelle integrieren alle wichtigen Wirtschaftssubjekte und den internationalen Austausch

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Themen: Logistik

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