Geldwertstabilität

Kurz & einfach erklärt:

Geldwertstabilität verständlich & knapp definiert

Die Geldwertstabilität zählt zu den vier grundlegenden wirtschaftspolitischen Zielen, welche eine positive Entwicklung einer Volkswirtschaft ermöglichen. Fallende und sich zu stark verteuernde Preise gehen gleichermaßen mit negativen Effekten einher.

Bei der Geldwertstabilität handelt es sich um ein wirtschaftspolitisches Ziel, welches eine planbare Entwicklung des Preisniveaus bezweckt. Es gehört zu den insgesamt vier wichtigen Zielen, das sogenannte magische Viereck besteht zusätzlich aus diesen Punkten:


Diese Ziele bedingen einander.

Konkrete Bedeutung der Geldwertstabilität

Dieses Ziel meint nicht, dass sämtliche Preise unterschiedlicher Waren auf dem aktuellen Stand verharren sollen. Stattdessen soll sich das allgemeine Preisniveau in vorhersehbarer Weise entwickeln. Meist dient die Inflationsrate, welche die Veränderung der Lebenshaltungskosten angibt, als Gradmesser. Statistiker ziehen dafür einen breit angelegten Warenkorb aus zahlreichen Gütern und Dienstleistungen heran und rechnen aus, welche Kosten durchschnittliche Haushalte tragen müssen. Die Wirtschaftspolitik strebt eine gewisse Geldentwertung an, sie soll sich aber im Rahmen halten. Die Europäische Zentralbank orientiert sich zum Beispiel am Ziel, dass die jährliche Inflationsrate bei 2 % liegt.

Die Vorteile einer Geldwertstabilität

Deutliche Abweichungen nach oben und nach unten wirken sich erheblich auf die gesamtwirtschaftliche Lage aus. Das Geld verliert in mehreren Dimensionen seine Funktion:

  • Tauschmittel: Geld eignet sich als Tauschmittel gegen Waren und Dienstleistungen, wenn der Wert berechenbar ist. Bei einer Hyperinflation verliert das Geld dagegen in kurzen Abständen an Wert. Das hat zur Folge, dass Wirtschaftsakteure wie Konsumenten auf Edelmetalle, Devisen oder den Naturalaustausch umsteigen. Die Preise explodieren so stark, dass niemand weiß, ob er mit einem bestimmten Geldbetrag am nächsten Tag noch das anvisierte Produkt kaufen kann. Ein Landwirt bezahlt einen Einzelhändler deshalb zum Beispiel lieber mit seinen Waren, weil sich der Gegenwert besser kalkulieren lässt.
  • Vergleichbarkeit der Preise: Die Angabe von Preisen soll Konsumenten erlauben, die Kosten von Angeboten vergleichen zu können. Das gilt für Waren und Dienstleistungen der gleichen Kategorie ebenso wie für Alternativen. Eine Hyperinflation macht das unmöglich, da die Preise galoppierend steigend. Während jemand in dem einen Supermarkt die Preise begutachtet und danach zu einem Konkurrenten geht, erhöhen gegebenenfalls beide Händler zwischenzeitlich die Preise.
  • Sparfunktion: Es erweist sich für Volkswirtschaften als vorteilhaft, wenn Sparer Kapital anlegen. Banken können mit diesem Geld beispielsweise Kredite finanzieren. Eine hohe Inflation reduziert die Sparanstrengungen. Übertrifft die Inflationsrate das aktuelle Zinsniveau, verlieren die Sparanlagen an Kaufkraft. Anleger geben das Geld in diesem Fall lieber aus oder halten nach anderen Anlageformen wie Aktien Ausschau.

Investitionen und Preisniveaustabilität

Für Investitionen bildet Geldwertstabilität eine bedeutende Grundlage. Sie sorgt für die erforderliche Planbarkeit. Diesbezüglich stellen eine ausbleibende Inflation und ein sinkendes Preisniveau Risiken dar. Ein vereinfachtes Beispiel soll dies verdeutlichen: Ein Unternehmer investiert 10.000 Euro in einen Handelsbetrieb. Er geht davon aus, dass sich seine Produkte jährlich um 2 % verteuern. Auf dieser Basis formuliert er einen Finanzplan. Sinkt das Preisniveau dagegen, ist dieser Plan hinfällig. Bei einer identischen Verkaufsmenge erzielt er weniger Umsatz und Gewinn. Das Niveau der Schulden bleibt gleich. Ihm fällt es schwer, die Raten zu bedienen.

Geldwertstabilität - Zusammenfassung:

  • eines von vier wirtschaftspolitischen Zielen
  • gesamtes Preisniveau im Blick
  • überschaubare Inflationsrate angestrebt
  • Planbarkeit als Motiv

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