Forfaitierung

Kurz & einfach erklärt:

Forfaitierung verständlich & knapp definiert

Forfaitierung ist der Verkauf langfristiger Forderungen an ausländische Käufer, in der Regel ausländische Kreditinstitute. Es ist eine Art der Exportfinanzierung mit der Besonderheit, dass der Verkäufer (Forfaitist) kein Rückgrifssrecht hat, falls die Forderungen ausfallen, der Kunde also nicht bezahlt.

Unter Forfaitierung versteht man den Ankauf von längerfristigen Forderungen einem Drittschuldner gegenüber durch ein Finanzierungsinstitut. Letzteres übernimmt die Delkredere- und Inkassofunktion und sichert dem verkaufenden Unternehmen sofortige Liquidität zu. Forfaitierungsgeschäfte werden überwiegend von Kreditanstalten sowie spezialisierten Instituten betrieben.


Im Außenhandel dient eine Forfaitierung der Refinanzierung sowie der Risikoabsicherung. Dabei geht es überwiegend um Forderungen mit einer Laufzeit bis zu acht Jahren. Eine Forfaitierung ist dann möglich, wenn sich der Forderungskauf auf Forderungen bezieht, die losgelöst vom Grundgeschäft, durch eine Bankgarantie bzw. Wechsel verkörpert werden können.

Vorteile gegenüber dem Exportfactoring

  • Die Forfaitierung bietet einem Exporteuer eine risikofreie Refinanzierung über einen längerfristigen Lieferantenkredit. Eine Selbstbeteiligung wird dabei nicht verlangt.
  • Liquiditätsverbesserung dank der 100 % Fremdfinanzierung
  • Keine Beitragszahlungen für eine Exportkreditversicherung
  • Kein Wechselkursrisiko bei Fakturierung in einer ausländischen Währung
  • Kostenersparnisse durch den Verzicht auf Inkassomaßnahmen
  • Exportkreditrisiken und Wechselkursverluste trägt der Forfaiteur

Als Nachteil für den Exporteur gelten die in der Regel hohen Kosten. Auch bleiben gewisse Restrisiken, wie etwa das Bonitätsrisiko bis zur Lieferung, bestehen. Zudem ist Forfaitierung in einigen Ländern nicht möglich.

Unterschiede Forfaitierung zu Factoring

Bei Factoring geht es in der Regel um kurzfristige Forderungen aus Lieferungen oder Leistungen. Zudem werden beim Factoring keine großen Forderungen verkauft, sondern alle oder eine Vielzahl der Kundenforderungen.

Arten der Forfaitierung

  1. Erwerb bankavalierter Solawechsel bzw. gezogener Wechsel
  2. Ankauf einer bankgarantierten Forderung
  3. Erwerb einer hermesgedeckten Forderung
  4. Ankauf einer Akkreditivforderung
  5. Ankauf einer Forderung, die über sonstige Sicherheiten verfügt

Forfaitierung Zusammenfassung

Mit Forfaitierung wird der Verkauf von Forderungen gegenüber fremdländischen Kunden bezeichnet. Ankäufer dieser Forderungen (Forfaiteur) sind unter anderem Kreditinstitute. Eine Besonderheit der Forfaitierung besteht darin, dass es sich um langfristige Forderungen handelt, die eine Laufzeit bis zu mehreren Jahren haben. Gegenüber dem Exporteur (Forfaitist) besteht zudem kein Rückgriffsrecht, sollte der Kunde die Forderung nicht bezahlen.


  • Anwendung: Exportfinanzierung; Leasing; Öffentlich-Private Partnerschaften.
  • Voraussetzung: Der Käufer ist liquide; Forderung in harter Währung (Euro/Dollar); Kreditwürdigkeit der Bank; die Forderung ist abtretbar.
  • Vorteile: schnelles Kapital; Fremdfinanzierung; geringes Risiko.

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