Fondsvermögen

Kurz & einfach erklärt:

Fondsvermögen verständlich & knapp definiert

Als Fondsvermögen ist das Kapital zu bezeichnen, das ein Investmentfonds im Auftrag aller Investoren verwaltet. In der Regel besteht das Fondsvermögen vor allem aus Aktien, Anleihen oder Liquidität, wobei die genaue Zusammensetzung vom jeweiligen Fonds abhängig ist.

Das Fondsvermögen ist das Sondervermögen einer Kapitalanlagegesellschaft. Dieses muss für die Anteilseigner, also die Anleger treuhänderisch verwaltet werden. Daher muss eine Verwaltung des Sondervermögens im Sinne und zu Gunsten der Anteilseigner erfolgen.

Fondsvermögen berechnen

Emissionsgesellschaften stellen Fonds aus bestimmten Wertpapieren oder Immobilien zusammen, in die Anleger anschließend investieren können. Sobald der Anleger das Kapital an die Gesellschaft überweist, legt diese das Geld wiederum entsprechend der Fondszusammensetzung direkt in die jeweiligen Einzelwerte an. Als Fondsvermögen wird daher die Summe aller Vermögenswerte bezeichnet, die der Fonds aktuell hält. Ein Beispiel:

Eine Emissionsgesellschaft konzipiert einen Fonds, der vor allem auf dem deutschen Markt investiert. Konkret gekauft werden sollen folgende Werte (ohne Berücksichtigung gesetzlicher Beschränkungen bezüglich der Streuung des Kapitals):

  • Daimler Aktie (40 Prozent)
  • SAP Aktie (30 Prozent)
  • Deutsche Bank Aktie (30 Prozent)


Zum Start des Fonds investieren Anleger insgesamt 100 Millionen Euro. Folglich beträgt das Fondsvermögen am Tag der Emission genau 100 Millionen Euro. In den Folgejahren entwickeln sich die Aktien der Konzerne positiv, Daimler kommt auf eine Kurssteigerung von 10 Prozent, bei SAP sind es 5 Prozent und die Deutsche Bank erzielt einen Zugewinn von 1 Prozent. Zum tagesaktuellen Kurs liegt das Fondsvermögen daher bei:

44 Millionen Euro (Daimler) + 34,5 Millionen Euro (SAP) + 30,3 Millionen Euro (Deutsche Bank) = 108,8 Millionen Euro

Fondsvermögen von Immobilienfonds

Im Falle von Immobilienfonds kann keine tagesgenaue Berechnung des Fondsvermögens erfolgen, schließlich existieren keine Börsenkurse für die Immobilien. Berechnet wird das Vermögen daher anhand des Ertragswerts aller im Fonds enthaltenen Gebäude. Zu diesem Wert tragen insbesondere die folgenden Faktoren bei:

  • Bodenwert (Grundstücksgröße)
  • Liegenschaftszinssatz (Durchschnittliche Wertsteigerung des reinen Grundstücks)
  • Einnahmen (Miete)
  • Unterhaltskosten
  • Vervielfältiger (Zentrale Kennziffer zur Bewertung der Qualität der Immobilie an sich)
  • Baulicher Zustand


In regelmäßigen Abständen sind die Immobilienfonds dazu verpflichtet, genau Angaben über das Fondsvermögen zu machen und entsprechend den Ertragswert der Objekte zu ermitteln.

Fondsvermögen im Insolvenzfall

Auch Emissionsgesellschaften sind Wirtschaftssubjekte bzw. Unternehmen, die aufgrund zu hoher Kosten und zu geringer Einnahmen unter Umständen Insolvenz anmelden müssen. Gläubiger haben dabei allerdings keinerlei Zugriff auf das verwaltete Fondsvermögen, denn dieses ist nicht im direkten Besitz der Gesellschaft. Insofern müssen das Vermögen der Emissionsgesellschaft an sich und das von den Kunden anvertraute Kapital strikt voneinander getrennt verwahrt werden.

Fondsvermögen – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Als Fondsvermögen werden alle Wertpapiere bzw. Immobilien bezeichnet, die sich im Besitz eines Fonds befinden
  • Das Fondsvermögen ist tagesaktuell (Wertpapiere) bzw. regelmäßig (Immobilien) zu ermitteln
  • Fondsvermögen und Vermögen der Emissionsgesellschaft sind strikt voneinander zu trennen

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Themen: Börse

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