Fluktuation

Kurz & einfach erklärt:

Fluktuation verständlich & knapp definiert

Unter Fluktuation versteht man meist den Schwund an Arbeitskräften - also die Rate oder Anzahl der Abgänge an Mitarbeitern. Im weiteren Sinne zählt zu Fluktuation auch die ständige und anhaltene Veränderung des Arbeitsplatzes bzw. der Austausch von Positionen innerhalb eines Unternehmens.

Eine Fluktuation ist eine ständige Veränderung von Zuständen. Häufig wird der Fachbegriff in der Arbeitswelt verwendet. Dort steht er für die Veränderungen innerhalb einer Belegschaft, die durch Zu- und Abgänge von Mitarbeitern zustande kommen.

Charakteristiken und Ursachen einer Fluktuation


Eine hohe Fluktuation liegt vor, wenn die Belegschaft eines Unternehmens starken Schwankungen ausgesetzt ist, sich also permanent verändert und Mitarbeiter das Unternehmen verlassen und andere Mitarbeiter neu eingestellt werden müssen. Im Gegensatz dazu bleibt die Belegschaft bei einer niedrigen Fluktuation über einen längeren Zeithorizont nahezu gleich.

 Die Voraussetzungen und Gründe für hohe und niedrige Fluktuationen sind von den Umständen am Arbeitsmarkt und den Arbeitsbedingungen beim Arbeitgeber geschuldet. Viele Studien zeigen, dass Mitarbeiter seltener ihren Arbeitsplatz wechseln, wenn sie sich bei ihrem Arbeitgeber wohlfühlen. Damit diese sich wohlfühlen, müssen sie sich von ihrem Vorgesetzten und Kollegen wertgeschätzt fühlen. Neben einer angenehmen Arbeitsatmosphäre ist auch die Beschaffenheit ihrer Tätigkeit entscheidend. Haben Mitarbeiter Spaß an ihrer Arbeit und fühlen sich durch die Tätigkeit herausgefordert, jedoch nicht überlastet, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie den Arbeitsplatz nicht wechseln. Ein solides Gehalt, ein 13. Monatsgehalt, mehr Urlaubstage und Gleitzeiten können die Zufriedenheit zusätzlich erhöhen.

Die Lage am Arbeitsmarkt beeinflusst die Wechselwilligkeit von Mitarbeitern ebenso. Herrscht eine hohe Arbeitslosigkeit, ist die Fluktuation geringer, da es unwahrscheinlicher ist, dass Mitarbeiter einen Job bei der Konkurrenz finden. Eine niedrige Arbeitslosigkeit oder gar ein Mangel begünstigt eher eine höhere Fluktuation, da sich Mitarbeitern mehr Alternativen bieten. Aufgrund der gewachsenden Anforderungen in vielen Jobs sind viele Arbeitnehmer heutzutage eher bereit, ihren Job zu wechseln, als noch vor einigen Jahrzehnten, wo sie häufig ihr ganzes Arbeitsleben in einem Unternehmen verbracht haben.

Folgen einer hohen Fluktuation


Eine höhere Fluktuation am Arbeitsmarkt hat enorme ökonomische Auswirkungen für Unternehmen. Ausscheidende Mitarbeiter nehmen ihr erworbenes Wissen mit, von dem Konkurrenzunternehmen trotz Wettbewerbsverbot unter Umständen profitieren können. Als Reaktion darauf werden einzelne Mitarbeiter weniger gut qualifiziert oder das Wissen auf mehrere Schultern verteilt, damit eine einzelne Kündigung eine geringere Auswirkung hat. Neue Mitarbeiter müssen neu eingelernt werden, was wiederum Ressourcen verschlingt.

Obwohl es aus Sicht des Arbeitgebers zahlreiche Vorteile hinsichtlich einer niedrigen Fluktuation gibt, streben einige Unternehmen aus verschiedenen Gründen doch eine eher hohe Fluktuation an. Langjährige Mitarbeiter haben aufgrund ihres tieferen unternehmensspezifischeren Wissens eine bessere Verhandlungsposition in Gehaltsverhandlungen. Dadurch sinken die Personalkosten insbesondere in Arbeitsbereichen, die niedrige Anforderungen haben. Mithilfe einer hohen Fluktuation kann das durchschnittliche Arbeitsalter zudem niedrig gehalten werden, indem ausscheidende ältere Mitarbeiter durch jüngere ersetzt werden.

Zusammenfassung Fluktuation

  • Fluktuation in der Arbeitswelt bezeichnet die Veränderungen einer Belegschaft durch Zu- und Abgänge
  • Heutzutage ist die Fluktuation aufgrund gestiegener Anforderungen höher als noch vor Jahrzehnten
  • Eine niedrige Arbeitslosigkeit begünstigt eine hohe Fluktuation, eine hohe Arbeitslosigkeit wirkt ihr entgegen
  • Eine hohe Fluktuation hat enorme ökonomische Auswirkungen

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