Festzins

Kurz & einfach erklärt:

Festzins verständlich & knapp definiert

Von einem Festzins ist immer dann zu sprechen, wenn der Kapitalnehmer für die Aufnahme von Fremdkapital über die komplette Laufzeit hinweg einen fixen Zinssatz bezahlen muss. Beispiele hierfür sind Kredite, Festgelder und Anleihen.

Wird der Zinssatz bei einer Finanzierung über die gesamte Laufzeit festgeschrieben, so wird er als Festzins bezeichnet. 


Eine Anpassung an das aktuelle Marktzinsniveau erfolgt nicht, weder bei steigenden Zinsen noch bei sinkenden Zinsen. Erst wenn die festgelegte Zinsbindungsfrist abgelaufen ist, kann der Festzins verändert und damit angepasst werden. Er bildet damit das Gegenteil zum variablen Zinssatz.

Festlegung eines Festzinses

Nimmt ein Kreditnehmer ein Darlehen bei einer Bank auf, so vereinbaren beide Vertragsparteien in der Regel einen Festzins. Dann verändern sich die vom Kreditnehmer zu zahlenden Kreditzinsen während der Kreditlaufzeit nicht. Sowohl die Bank als auch der Bankkunde können folglich mit festen Erträgen bzw. Kosten kalkulieren. Angegeben werden muss dieser Festzins immer als Effektivzins, der wirklich alle Darlehenskosten abbildet.

Die Höhe des Festzinses ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Maßgeblich ist dabei die Bonität des Kreditnehmers. Fällt die Bonitätsbewertung positiv aus, sind die zu zahlenden Zinsen vergleichsweise gering. Hingegen müssen Kreditnehmer mit geringer Bonität einen entsprechenden Risikoaufschlag für die Aufnahme von Kapital zahlen. Darüber hinaus haben weitere individuelle wie gesamtwirtschaftliche Kennzahlen einen Einfluss auf die Höhe des Festzinses:

  • Aktuelles Marktzinsniveau
  • Länge der Kreditlaufzeit
  • Höhe der Kreditsumme
  • Finanzierungszweck

Festzins bei Kapitalanlagen

Eine Bedeutung hat der Festzins auch im Rahmen von Kapitalanlagen. Denn bei verschiedenen Finanzinstrumenten können Kapitalgeber und Kapitalnehmer ebenfalls einen Festzins vereinbaren, bei anderen ist dies hingegen nicht möglich:

  • Festgeld: Typischerweise gibt die Bank bei der Ausgabe von Festgeld immer einen Festzins an, den der Anleger für die komplette Laufzeit erhält. Dabei gilt: Je länger die Laufzeit des Festgeldes ausfällt, desto höher ist der zu zahlende Zins.
  • Tagesgeld: Wer hingegen in Tagesgeld investiert, erhält stets variable Zinsen für das auf dem Konto hinterlegte Kapital. In der Regel verändern sich die Tagesgeldzinsen dabei in Abständen von drei Monaten, theoretisch kann die Bank den Zinssatz aber täglich variieren.
  • Anleihen: Auch bei Anleihen ist der Festzins die Regel. Der Kapitalnehmer – in der Regel ein Unternehmen oder ein Staat – zahlt dann einen festen Preis für die Aufnahme des Kapitals, der sich während der Laufzeit nicht verändert.

Festzins – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Ein Festzins wird während der kompletten Laufzeit nicht verändert
  • Im Gegensatz dazu steht der variable Zins, der in festen Abständen variiert
  • Festzinsen kommen sowohl bei Krediten als auch bei Investitionen zum Einsatz

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Themen: Kredit

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