Festpreisverfahren

Kurz & einfach erklärt:

Festpreisverfahren verständlich & knapp definiert

Das Festpreisverfahren dient dazu, den Kurs einer Aktie bei der erstmaligen Emission von Wertpapieren festzulegen. Dabei basiert dieser Festpreis, zu dem Anleger und Investoren das Wertpapier kaufen können, auf der Bewertung von Rating-Agenturen.

Das Festpreisverfahren ist ein Verfahren zur Emission also zur Ausgabe von Aktien


Hierbei wird der Ausgabepreis der Aktie vor der Veröffentlichung des Verkaufsangebotes vom Emittent festgelegt. Kaufangebote durch die Anleger müssen zu dem veröffentlichten Ausgabepreis abgegeben werden.

Ablauf des Festpreisverfahrens

Bis Mitte der 90er Jahre dominierte das Festpreisverfahren das deutsche Emissionsgeschäft von Aktien. Hierbei legte das Unternehmen, welches die Aktien neu emittierte, einen fixen Preis für die Wertpapiere fest. Zu diesem konnten Investoren dann einen Kauf durchführen. Bestimmt wurde der Kurs anhand verschiedener Faktoren:

  • Bewertung: Der Emittent wurde von Banken oder Rating-Agenturen Dabei spielte nicht nur die Bonität des Unternehmens eine Rolle, sondern auch dessen Zukunftschancen und die aktuelle Wirtschaftskraft.
  • Börsenkurse: Für jedes Unternehmen finden sich bereits andere Konzerne, die in ähnlichen Branchen tätig sind, aber bereits an der Börse notieren. Solche Vergleichskurse spielen ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Ermittlung der Preise.
  • Nachfrage: Auch über die Nachfrage nach den neuen Aktien konnten bereits erste Schätzungen erstellt werden.


Zu dem so ermittelten Preis ist es dann für interessierte Anleger und Investoren möglich, Kaufaufträge zu geben
. Ist die Nachfrage größer als das Angebot, so teilt die führende Konsortialbank das Volumen nach eigenen Entscheidungskriterien zu. Sofern die Nachfrage geringer ausfällt als das Angebot, werden die übrigen Wertpapiere entweder im Unternehmen behalten oder am freien Markt ausgegeben.

Festpreisverfahren – Vorteile und Nachteile

Das Festpreisverfahren gilt schon seit einigen Jahren als auslaufendes Modell, das längst durch das Bookbuilding-Verfahren abgelöst worden ist. Denn die Nachfrager werden beim Festpreisverfahren praktisch nicht in die Entscheidung über den Preis der Aktien einbezogen. Zwar erfolgt eine grobe Ermittlung der Nachfrage, dabei kann es aber zu groben Fehleinschätzungen kommen. Auch die Bewertung der internen Unternehmensfaktoren wie beispielsweise der Ertragskraft und der Zukunftsaussichten ist alles andere als objektiv und einwandfrei zu ermitteln.

Aus diesen Gründen kam es bei der Emission immer wieder zu Fehlern. Waren die Aktienpreise zu hoch angesetzt, fanden sich kaum Käufer für das angestrebte Volumen. Dadurch konnte das Unternehmen nicht den Verkaufserlös erzielen, den es erwartet hatte. Setzte der Emittent die Preise hingegen zu niedrig an, so wurden zwar alle Wertpapiere verkauft, der Gewinn hätte jedoch noch erhöht ausfallen können.

Festpreisverfahren – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Das Festpreisverfahren dient zur Ermittlung des Preises bei der Emission von Aktien
  • Dabei bestimmt der Emittent den Preis anhand von internen und externen Unternehmensbewertungen selbst
  • Durch das Festpreisverfahren kam es in der Vergangenheit häufig zu Fehleinschätzungen, weshalb es heute kaum noch verwendet wird

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Themen: Börse

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