Erwerbsbevölkerung

Kurz & einfach erklärt:

Erwerbsbevölkerung verständlich & knapp definiert

Die Erwerbsbevölkerung einer Volkswirtschaft umfasst alle Personen, die einer Beschäftigung nachgehen können, weil sie sich in einer bestimmten Altersspanne befinden. In Deutschland liegt dieses Alter generell bei 15 bis 64, international liegt die Obergrenze hingegen bei 75 Jahren.

Zum Kreis der Erwerbsbevölkerung zählen alle in einer Volkswirtschaft lebenden erwerbsfähigen Personen, die berufstätig sind oder eine Arbeit suchen. Auch Personen in Aus- und Weiterbildung sowie Studenten zählen dazu. Als erwerbsfähig gelten dabei volkswirtschaftlich alle Menschen zwischen 15 und 64 Jahren


Die Zahl der Erwerbsbevölkerung ist Grundlage für die Berechnung der sogenannten Erwerbsquote. Sie gibt den prozentualen Anteil aller Arbeitstätigen in einer Volkswirtschaft bezogen auf ihre Gesamtbevölkerung an. Es ist davon auszugehen, dass eine höhere Erwerbsquote zu einem durchschnittlich höheren Wohlstand in der Volkswirtschaft führt.

Alter der Erwerbsbevölkerung

In einem Land bzw. einer Volkswirtschaft lebt eine Vielzahl von Menschen. Nicht alle davon können aufgrund ihres Alters einer Arbeit nachgehen, so sind Kinder und alte Menschen grundsätzlich vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen. Die Bevölkerung, die aufgrund ihres Alters theoretisch einer Arbeit nachgehen könnte, wird als Erwerbsbevölkerung charakterisiert. Dabei existieren national und international verschiedene Definitionen:

  • International: Grundsätzlich geht die internationale Definition davon aus, dass Menschen zwischen 15 und 75 als erwerbsfähig einzustufen sind.
  • National: In Deutschland gelten meist alle Personen als erwerbsfähig, die zwischen 15 und 64 Jahre alt sind.

Erwerbsbevölkerung und Erwerbsquote

Aus der Zahl der Erwerbsbevölkerung lässt sich die sogenannte Erwerbsquote ermitteln. Sie berechnet sich als:

Erwerbsquote = Erwerbstätige / Erwerbsbevölkerung

Für die Ermittlung werden in Deutschland teilweise nicht alle Personen zwischen 15 und 64 Jahren herangezogen. Denn vor allem die 15- bis 20-jährigen gehen oft keiner geregelten Arbeit nach, weil sie noch zur Schule gehen oder sich im Studium befinden. Insofern würden sie die Erwerbsquote vermindern, damit aber die eigentliche Interpretation verzerren.

Grundsätzlich gilt, dass eine hohe Erwerbsquote für viel Wohlstand in einer Volkswirtschaft spricht. Der Gedanke: Gehen die Menschen einer geregelten Arbeit nach, so verdienen sie Geld und können sich beispielsweise Miete, Essen oder Luxusgüter leisten. Allerdings gilt es, die Erwerbsquote immer im Zusammenhang mit anderen Kennzahlen zu sehen. Wichtig ist, dass allgemeine Lohnniveau zu betrachten. Auch die Verteilung der Einkommen entscheidet darüber, ob wirklich die komplette Erwerbsbevölkerung am Wohlstand teilhaben kann.

Erwerbsbevölkerung – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Die Erwerbsbevölkerung umfasst alle Personen, die theoretisch aufgrund ihres Alters einer Arbeit nachgehen könnten
  • In Deutschland umfasst dies alle 15- bis 64-jährigen
  • Aus der Erwerbsbevölkerung lässt sich die Erwerbslosenquote ermitteln

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Themen: VWL

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