Einlagefazilität

Kurz & einfach erklärt:

Einlagefazilität verständlich & knapp definiert

Mit der Einlagefazilität hat die EZB eine große Macht, aber auch eine ebenso große Verantwortung. Sie bestimmt den Schaffens- und Leidensweg der Geschäftsbanken und infolgedessen auch von deren Kapitalanlegern. Soll die wirtschaftliche Entwicklung gefördert werden, wird die Einlagefazilität niedrig beziehungsweise negativ gehalten.

Die Europäische Zentralbank verwendet die Einlagefazilität als geldpolitisches Instrument zur Steuerung der europäischen Banken. Die Einlagefazilität soll einen Liquiditätsüberschuss bei Geschäftsbanken vermeiden und gibt den Banken die Möglichkeit ihre Überschüsse über Nacht bei den Nationalbanken ihres Landes zu verwahren. Den Zinssatz für Einlagefazilität legt die europäische Zentralbank fest.

Wieso ist der Zinssatz so wichtig?

Geschäftsbanken orientieren sich an dem Leitzins, den die EZB über die Einlagefazilität aufstellt. Banken legen ihre Liquiditätsüberschüsse häufig bei anderen Geschäftsbanken ab. Wenn der Zins für die Geldverwahrung jedoch zu hoch ist, kommen Banken nicht miteinander ins Geschäft. Die Einlagefazilität bildet die Untergrenze des Tagesgeldsatzes am Geldmarkt. Aus diesem Grund orientieren sich die Geschäftsbanken an dem Leitzins der EZB.

Wieso ist die Einlagefazilität ein geldpolitisches Instrument?

Die EZB hat mit der Einlagefazilität ein großes Machtinstrument in der Hand. Sie kann mit dem Leitzins Banken in eine bestimmte Richtung lenken. Im Jahr 2017 ist dies sehr gut zu erkennen. Der Leitzins beträgt im Jahr 2017 -0,4 Prozent. Geschäftsbanken müssen also Strafzinsen dafür zahlen, dass sie ihre Liquiditätsüberschüsse über Nacht verwahren lassen.


Die Europäische Zentralbank verfolgt mit diesem Negativzins das Ziel, die Kreditvergabe von Geschäftsbanken zu erhöhen und somit mehr Geld in wirtschaftliche Investitionen zu leiten.

Negativzinsen sind kein Garant für höhere Kreditvergabe

Die Einführung von Negativzinsen muss sich jedoch nicht zwangsläufig so auswirken, wie die EZB sich das vorstellt. Als der Negativzins 2011 in Dänemark eingeführt wurde, nahm die Kreditvergabe sogar ab. Dänische Banken transferierten ihre Liquiditätsüberschüsse in andere Finanzierungsformen, unter anderem in dänische Staatsanleihen.

Einlagefazilität – Zusammenfassung

  • Die EZB verwendet die Einlagefazilität als geldpolitisches Instrument.
  • Als Untergrenze bildet sie den Leitzins für europäische Geschäftsbanken.
  • Mit der Einlagefazilität versucht die EZB, durch die Banken Einfluss auf die europäische Wirtschaft zu nehmen.

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Themen: Börse

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