Eigenkapitalvergleich

Kurz & einfach erklärt:

Eigenkapitalvergleich verständlich & knapp definiert

Mit Hilfe des Eigenkapitalvergleichs kann der Erfolg eines Unternehmens einfach und effizient ermittelt werden. Es wird hierbei die Höhe des Eigenkapitals am Anfang der Periode mit dem Betrag am Ende der Periode verglichen. Kommt es zu einem Anstieg spricht man von einer Eigenkapitalmehrung, bei einem Sinken von einer Eigenkapitalminderung. Private Entnahmen oder Einzahlungen dürfen jedoch nicht als Anstieg oder Absinken gewertet werden.

Der Eigenkapitalvergleich ist ein probates Mittel, um den Erfolg eines Unternehmens innerhalb eines Wirtschaftsjahres zu analysieren. Er erfolgt mittels Vergleich des Eigenkapitals am jeweiligen Ende zweier aufeinanderfolgender Wirtschaftsjahre. Private Einlagen dürfen das Bild nicht verzerren. Dieses Verfahren setzt eine doppelte Buchführung voraus, andernfalls lässt sich das Eigenkapital nicht beziffern. Zugleich dient diese Methode der Gewinnermittlung im Steuerrecht, wo sie Betriebsvermögensvergleich heißt. Die unterschiedlichen Bezeichnungen basieren darauf, dass sich im Steuerrecht der Begriff Betriebsvermögen etabliert hat. Betriebswirte sprechen dagegen vom Eigenkapital, die Bedeutung ist identisch.

Eigenkapitalvergleich im Detail

Der Eigenkapitalvergleich beschränkt sich auf die Frage, in welchem Maße sich das Eigenkapital im letzten Wirtschaftsjahr gemehrt oder gemindert hat. Das Eigenkapital ergibt sich aus der Differenz von Vermögen und Schulden. Unter anderem einbehaltene Gewinne erhöhen das Eigenkapital, Verluste verringern es. Privateinlagen und Privatentnahmen verändern das Eigenkapital eines Unternehmens ebenfalls, diese interessieren bei einem Eigenkapitalvergleich aber nicht. Der wirtschaftliche Erfolg lässt sich nur mit folgender Vorgehensweise feststellen:

  • Eigenkapital am Ende des Wirtschaftsjahres
  • minus Eigenkapital am Ende des vorangegangenen Wirtschaftsjahres
  • plus Privatentnahmen
  • minus Privateinlagen


Ergibt der Vergleich des Eigenkapitals zum Beispiel ein Plus von 100.000 Euro und hat der Unternehmer 50.000 Euro privat entnommen, liegt die Eigenkapitalmehrung de facto bei 150.000 Euro. Insgesamt hat das Unternehmen eine Kapitalmehrung in dieser Höhe erzielt, wenngleich nur 100.000 Euro in ihm verblieben sind. Hat der Besitzer dagegen nichts entnommen und stattdessen 70.000 Euro als Privateinlage hinzugefügt, schrumpft die tatsächliche Kapitalmehrung von 100.000 Euro auf 30.000 Euro.

Gewinnermittlung mit einem Betriebsvermögensvergleich

Diese Berechnung der Vermögensveränderung spielt als Betriebsvermögensvergleich eine wichtige Rolle bei der Festsetzung der Steuer. Buchführungspflichtige Gewerbetreibende müssen einen vollständigen Betriebsvermögensvergleich durchführen. Der vereinfachte, unvollständige Betriebsvermögensvergleich reicht unter anderem bei Selbstständigen, die freiwillig Bücher führen.

Eigenkapitalvergleich - Zusammenfassung:

  • Ermittlung des unternehmerischen Erfolgs
  • steuerrechtliche Gewinnermittlungsart
  • Vergleich der Eigenkapitalveränderung innerhalb eines Wirtschaftsjahres
  • Privatentnahmen und Privateinlagen dürfen das Ergebnis nicht verfälschen

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Themen: Buchhaltung

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