Effektiver Zinssatz

Kurz & einfach erklärt:

Effektiver Zinssatz verständlich & knapp definiert

Der effektive Zinssatz gibt an, wie hoch die Darlehenskosten tatsächlich ausfallen. Insofern bezieht der effektive Zinssatz nicht nur die nominalen Zinsen, sondern auch mögliche Bearbeitungsgebühren oder Vermittlungsprovisionen mit ein.

Der effektive Zinssatz bzw. genauer der effektive Jahreszinssatz gibt die kompletten Kosten eines Kredits in Bezug auf dessen nominale Höhe an. Er wird in Prozent der Auszahlung angegeben und muss von Banken bei der Bewerbung von Kreditangeboten ausgewiesen werden.

Unterschied effektiver Zinssatz und nominaler Zinssatz

Im Hinblick auf die Vergabe von Krediten ist zwischen Effektiv- und Sollzinssatz zu unterscheiden. Letzterer fällt rein für die Überlassung des Kreditbetrags an sich an. Damit beinhaltet er Kostenfaktoren wie etwa den Risikoaufschlag, die Opportunitätskosten und andere wirtschaftliche Überlegungen der Bank.

Allerdings können bei der Kreditvergabe weitere Kosten auf den Kreditnehmer zukommen. Hierzu zählen beispielsweise Gebühren für eine Restschuldversicherung oder Bearbeitungskosten. Alle diese weiteren Kostenpunkte werden bei der Berechnung des effektiven Zinssatzes mit einbezogen.

Gesetzliche Regelungen zum effektiven Zinssatz

In Deutschland sieht die Preisangabenverordnung vor, dass bei der Vergabe von Krediten deren Gesamtkosten angegeben werden müssen. Diese beinhalten ausdrücklich alle Kostenpunkte, welche der effektive Zinssatz per Definition umfasst. Insofern müssen Banken bei Verbraucherdarlehen immer den effektiven Zinssatz ausweisen. Das gilt sowohl für Werbemaßnahmen als auch den Kreditvertrag selbst.

Sollte der effektive Jahreszinssatz zu niedrig angegeben sein, so verringern sich die Darlehenskosten für den Kreditnehmer. Es wird automatisch eine Absenkung des Sollzinses um den Prozentsatz vorgenommen, um den der effektive Satz zu niedrig angegeben ist.

Berechnung des effektiven Zinssatzes

Es existieren verschiedene Methoden, um einen effektiven Zinssatz zu berechnen. Am einfachsten ist dabei die sogenannte Uniform-Methode:

Effektiver Jahreszinssatz in Prozent = (Kreditkosten / Nettodarlehensbetrag) * (24 / Laufzeit in Monaten + 1) * 100.

Die Kreditkosten können wiederum berechnet werden, indem der Auszahlungsbetrag von der gesamten Rückzahlung abgezogen wird. Wie erwähnt zählen hierzu Zinsen, Bearbeitungsgebühren und eventuelle Restschuld- oder Kreditlebensversicherungen. Alternativ zu dieser recht komplexeren Berechnungsmethode kann eine Faustformel angewendet werden:

Effektiver Jahreszins = Kreditkosten × 100 / ( ( Nettodarlehensbetrag ) × Laufzeit in Jahren )

Effektiver Zinssatz – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Der effektive Zinssatz gibt die gesamten Kosten eines Darlehens an
  • Somit umfasst er neben dem Sollzins auch die Bearbeitungsgebühren und Kosten für mögliche Versicherungen
  • Laut Preisangabenverordnung müssen Banken den effektiven Jahreszins immer angeben

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