Differenziertes Marketing

Kurz & einfach erklärt:

Differenziertes Marketing verständlich & knapp definiert

Das differenzierte Marketing analysiert die unterschiedlichen Kundengruppen und deren Nutzungserwarten. Vorteile des differenzierten Marketings sind höherer Umsatz und stärkere Positionen in den Segmenten. Nachteile hingegen sind hohe Kosten und es ist nicht für alle Güter bestimmt.

Beim differenzierten Marketing handelt es sich um eine Form der Marktbearbeitung bei der die Kundensegmente ähnlichen Produkten von den Unternehmen in unterschiedlicher Art und Weise angesprochen werden. Die veränderte Marktbearbeitung kann sich sowohl auf die Kerneigenschaften oder Variationen dieser Eigenschaften oder aber komplett differenziert aussehende Marketingaktivitäten beziehen.

Die folgenden Produkt- oder Dienstleistungskategorien sind beinahe schon archetypisch für differenziertes Marketing:

Mobilfunkprovider


Das E-Netz des mobilen Telefonierens ist meistens nur den Technikinteressierten als die Plattform für die mobile Kommunikation geläufig. Die meisten Verbraucherinnen und Verbraucher denken beim mobilen Telefonieren an ihren Provider, E-Plus oder O2 werden wohl als die häufigsten Anbieter im E-Netz genannt. Allerdings gibt es seit einigen Jahren ein regelrechtes Markenbündel für ganz unterschiedliche Bedarfe, die alle auf der gleichen technischen Basis aufbauen, aber komplett unterschiedlich abgerechnet werden.

Dies reicht vom Discount-Segment (beispielsweise mit simyo) bis hin zu sogenannten "Ethno-Tarifen", bei denen bestimmte Landsmannschaften und ihre große Verwandtschaft beispielsweise in der Türkei oder Griechenland mit einem speziellen Tarifangebot angesprochen werden. Anders als bei den klassischen Inlandstarifen ist hier eine sehr günstige Auslandsoption für ein Land enthalten, "Ay yildiz" gilt als erste dieser Marken. Deren Erfolg inspirierte viele Unternehmen - auch in anderen Mobilfunknetzen - zu einer Me-too-Strategie.

Kreditkartenprodukte basieren eigentlich nur auf drei Plattformen

Differenziertes Marketing, welches unterschiedliche Lebensstile und Absicherungsbedürfnisse widerspiegelt, ist auch bei Kreditkarten zu finden. In der europäischen Welt sind neben exotischeren Kreditkartenformaten wie dem JCB (aus Japan) eigentlich nur drei Standards geläufig: American Express, Mastercard und VISA. Bei Mastercard und VISA entscheiden die jeweils herausgebenden, lokalen Banken über die jeweiligen Leistungsmerkmale. So werden junge Berufstätige oder preissensible Kunden mit kostenfreien Kreditkarten angesprochen. Als Marketingmaßnahme für die teureren Varianten mit einem umfangreicheren Leistungspaket werden dann die imagemäßig hochwertig belegten Farben "Gold" oder "Schwarz" genutzt.

Die Funktionalität ist auf keine Region oder das Inland beschränkt, das differenzierte Marketing äußert sich alleine im Zusatznutzen.

Das Urbeispiel im Automobilsektor: Der VW Golf

Differenziertes Marketing wird auch im PKW-Bereich sehr deutlich. Seit über 30 Jahren ist VW hier sehr erfolgreich. Auf Basis des gleichen Grundproduktes - des Chassis des VW Golfs - werden ganz unterschiedliche Varianten beginnend bei einem sparsamen Öko-Benziner oder Diesel bis hin zu einem echten Rennpferd ("Dem stärksten Golf aller Zeiten") angeboten. Damit spricht der Automobilhersteller eine möglichst breite Kundenschicht an und differenziert das Produkt entsprechend den Anforderungen der jeweiligen Zielgruppe.

Das differenzierte Marketing nutzt meist zielgruppenspezifische Kanäle und formt die Pordukte bei gleicher Grundfunktionalität in der Art und Weise um, dass eine zielgruppengerechte - hoffentlich höhere - Preisbereitschaft hervorgerufen wird.

Die wesentlichen Merkmale vom differenzierten Marketing

  • Differenziertes Marketing analysiert die unterschiedlichen Kundengruppen und Nutzenerwartungen
  • Spricht die Kundengruppen unterschiedlich und möglichst wirksam an
  • Unterstützt das Produktmanagement bei der Schaffung von unterschiedlichen Produktvarianten auf einer gleichen "Grundnutzen-Plattform"

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Themen: Marketing

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