Depotbank

Kurz & einfach erklärt:

Depotbank verständlich & knapp definiert

Die Depotbank ist eine Bank, bei der ein Anleger sein Wertpapierdepot führt, damit er am Wertpapierhandel teilnehmen kann. Kapitalanlagegesellschaften hingegen verwahren hier ihr Sondervermögen aus dem Wertpapierhandel.

Der Finanzbegriff „Depotbank“ hat zwei Bedeutungen: Für den Anleger ist eine Depotbank die Bank, bei der er sein Wertpapierdepot zur Teilnahme am Wertpapierhandel führt. Kapitalanlage-gesellschaften verwahren an einer Depotbank hingegen ihr Sondervermögen aus dem Wertpapierhandel.

Wofür wird eine Depotbank benötigt?

Die Frage ist ganz leicht zu beantworten: Eine Depotbank dient der Sicherheit. Damit das angelegte Geld von privaten und institutionellen Anlegern geschützt ist, müssen Investmentgesellschaften das Wertpapiersondervermögen getrennt von ihrem eigenen Vermögen aufbewahren.

Einen weiteren Hintergrund liefert die Eigentümerschaft von Fondsanteilen. Eine Kapitalanlagegesellschaft darf zwar das Geld ihrer Kunden nach eigenem Ermessen in Fonds investieren, ist aber rechtlich betrachtet weder Besitzer noch Eigentümer der Fondsanteile.

Eine Depotbank hat allerdings nicht nur die Funktion einer Geldsammelstelle. Sie übernimmt für Investmentgesellschaften auch die Aufgabe als Kontrollorgan. Eine Depotbank muss die Abrechnungen auf Korrektheit überprüfen. Das gilt für Käufe wie auch für Verkäufen von Anteilen gleichermaßen.

Auch bei Insolvenz gut geschützt

Muss eine Bank Insolvenz anmelden, fließen Spareinlagen, Sparbriefe, Termingelder und Währungskonten in die Insolvenzmasse. Im schlimmsten Fall ist die Investition des Kunden für immer verloren. Anteile in Aktienfonds sind dagegen insolvenzsicher.

Das in einen Fonds investierte Geld wird also anteilig in mehrere Unternehmen investiert. Geht eine Investmentgesellschaft oder im Härtefall sowohl die Gesellschaft als auch die Depotbank in Insolvenz, ist das investierte Kapital nicht betroffen. Ein Verlust allen Kapitals, das ein Kunde in einen Fonds eingezahlt hat, wäre nur möglich, wenn alle in einem Fonds befindlichen Unternehmen zeitgleich insolvent würden.

Depotbank – Zusammenfassung


  • Eine Depotbank muss unabhängig von der Investmentgesellschaft sein.
  • Sie ist für die Aufbewahrung von Wertpapiersondervermögen von Kapitalanlagegesellschaften zuständig.
  • Sie erfüllt Aufgaben als Kontrollorgan für Investmentgesellschaften.
  • Fondsanteile sind auch im Falle einer Banken- und/oder Gesellschaftsinsolvenz nicht in Gefahr.

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Themen: Börse

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