DATEV Kontenrahmen

Kurz & einfach erklärt:

DATEV Kontenrahmen verständlich & knapp definiert

In einem DATEV Kontenrahmen werden alle Buchführungskonten für einen bestimmten Wirtschaftszweig systematisch verzeichnet. Für die Aufstellung eines Kontenplans in einem Unternehmen dient der DATEV Kontenrahmen als Richtlinie und Empfehlung.

Der DATEV-Kontenrahmen ist ein systematisches Verzeichnis aller Buchführungskonten für einen bestimmten Wirtschaftszweig. Er dient als Richtlinie und Empfehlung für die Aufstellung eines Kontenplans in einem Unternehmen.

Funktion des DATEV-Kontenrahmens

Der DATEV-Kontenrahmen erfüllt gleich mehrere Funktionen. In erster Linie dient er als Vorlage dafür, dass Unternehmen einen internen Kontenplan entwickeln können. Besonders bei Neugründungen wird der generelle Aufbau der Buchhaltung dadurch vereinfacht. Gleichzeitig sollen einheitliche Buchungen von gleichen Geschäftsvorfällen erleichtert und zwischenbetriebliche Vergleiche ermöglicht werden.

Der bekannteste DATEV-Kontenrahmen „SKR 04“ wurde bereits im Jahr 1985 im Zuge der Einführung des 3. Buches des Handelsgesetzbuchs eingeführt. Er orientiert sich dabei strikt am Aufbau einer Bilanz, um für Klarheit und Einheitlichkeit zu sorgen. In den Folgejahren wurde der DATEV-Kontorahmen gesetzlichen Änderungen stets angepasst. Insbesondere mit Verabschiedung des Bilanzrechtmodernisierungsgesetzes im Jahr 2010 wurde der Kontorahmen aktualisiert.

Aufbau des DATEV-Kontenrahmens

Es existieren verschiedene Arten des DATEV-Kontenrahmens. Dabei basieren allerdings alle Modelle auf dem Zehnersystem, das den Plan in Kontenklassen gliedert. In den einzelnen Kategorien sind möglichst ähnliche Kontengruppen zusammengefasst. Das Aufbauprinzip ist bewusst einfach gehalten. Die erste Stelle gibt dabei jeweils die generelle Kontoklasse an. Anhand der zweiten Stelle ist abzulesen, zu welcher Kontengruppe das Konto gehört. Innerhalb dieser Gruppen lassen sich dann über Nummerierungen einzelne Kontenarten erstellen. Der DATEV-SKR 04 ist beispielsweise wie folgt aufgebaut


  • 0: Anlagevermögen (Aktiv)
  • 1: Umlaufvermögen (Aktiv)
  • 2: Eigenkapitalkonten (Passiv)
  • 3: Fremdkapitalkonten (Passiv)
  • 4: Betriebliche Erträge (Ertrag)
  • 5 und 6: Betriebliche Aufwendungen (Aufwand)
  • 7: Weitere Erträge und Aufwendungen (Aufwand, Ertrag)
  • 9: Vortrags- und statistische Konten (Rechnungsabgrenzung o.ä.)

Der DATEV-SKR 04 folgt damit dem Prinzip der Bilanz. Alternativ hierzu können Unternehmen auch den DATEV-SKR 03 verwenden, der prinzipiengebunden aufgebaut ist. Die einzelnen Klassen orientieren sich dabei an inhaltlichen Vorgaben. Ob ein solcher DATEV-Kontorahmen verwendet wird, kann das Unternehmen frei entscheiden. Hierzu besteht keine gesetzliche Pflicht, allerdings ist die Einhaltung buchhalterischer Vorschriften durch die Verwendung des Standard-Modells deutlich einfacher.

DATEV-Kontenrahmen – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Der DATEV-Kontorahmen dient als Vorlage für die Erstellung eines individuellen Kontenplans
  • Gängige Modelle sind der DATEV-SKR 03 und 04
  • Es besteht keine gesetzliche Pflicht, ein solches Standardmodell zu verwenden

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Themen: Buchhaltung

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