Cash Group

Kurz & einfach erklärt:

Cash Group verständlich & knapp definiert

Cash Group bezeichnet einen Verbund beteiligter Banken, der es den Kunden dieser Banken erlaubt, auch an Geschäftsstellen anderer Mitgliedsbanken, kostenlos Bargeld am Gedlautomaten abheben zu können. Ohne einen solchen Verbund, können Kunden hingegen lediglich an Geldautomaten der jeweiligen Bankfilialen ihrer Bank kostenfrei Bargeld abheben.

Bei der Cash Group handelt es sich nicht um ein eigenständiges Unternehmen, sondern eine Kooperationsvereinbarung von großen Privatbanken zur gegenseitigen Nutzung von Geldautomaten durch die eigenen Kunden.

Kurz vor der Jahrtausendwende gegründet sollte diese Kooperation vor allem drei Zwecke erfüllen:



1.) Mobilen Geschäfts- und Privatkunden sollte ein flächendeckendes Netz von Geldautomaten zur Verfügung gestellt werden, an dem sie kostenfrei Geld abheben können. Die damaligen Gebühren für die Bargeldabhebung bei "Fremdbankautomaten" betrugen oft pro einzelnem Vorgang - beispielsweise nach Einführung des Euro - 5 Euro oder mehr. Ein flächendeckendes Netz war und ist deshalb bei Privatkunden ein erhebliches Plus, wenn es um die Leistungsfähigkeit des Girokontos geht.


 2.) Nach dem vor etwa zwanzig Jahren die gewerkschaftseigene BFG-Bank das kostenlose Girokonto eingeführt hatte zogen viele Direktbanken nach. Diese verlangten keinerlei Kontoführungsgebühren.

Ähnlich wie die Sparkassen wollten die Privatbanken eben nicht die günstige Bargeldversorgungsplattform für die abgewanderten Kunden sein und sahen die Cash Group als gewolltes Alleinstellungsmerkmal zur Unterscheidung zwischen Direktbank-Kunden und "eigenen" Kunden an. Wer mehrmals die damals hohen Abhebungsgebühren bezahlt hatte, der überlegte sich vielleicht die Rückkehr zur früheren Hausbank.


3.) Ein weiteres interessantes Detail ist die mögliche Kosteneinsparung insbesondere an kleineren Standorten mit niedriger Frequenz.

Dort ist ein Geldautomat pro Institut nicht unbedingt sinnvoll, ein gemeinsam genutzter Automat spart jede Menge Kosten für Kauf und Wartung des Automaten sowie das dort gelagerte Bargeld.

Wer gehört zur Cash Group? 

Zur Cash Group gehörten ursprünglich die Vereinsbank, die Commerzbank, die Deutsche Bank, die Dresdner Bank, die Deutsche Bank und die Postbank. Im Cash Group Logo sind heute noch die Farben der ursprünglichen Gründungsmitglieder zu erkennen.

Heutige Bedeutung der Cash Group

Nach dem das Bundeskartellamt massiven Druck auf die Gebühren bei der Abhebung an fremden Geldautomaten gemacht hat, wurden diese auf maximal 1,99 Euro bei Abhebung im Inland mit der girocard bzw. Kontokarte des Girokontos gesenkt. Damit sind die Bankinstitute einer gesetzlichen Regelung zuvorgekommen.

Der Vorteil der Cash Group bzw. die "Abschreckungswirkung" auf fremde Bankkunden ist somit etwas geringer geworden.

Dennoch ist das Argument der flächendeckenden Bargeldversorgung durchaus auch heute noch schlagkräftig. Kunden dieser Privatbanken und deren Tochtergesellschaften müssen sich um Bargeldabhebungsgebühren keine Gedanken mehr machen.

Die Cash Group erfüllt damit auch heute noch ihren Zweck, die Investitionen in ein Filialnetz und Geldautomaten auf die größere Kundenbasis der kooperierenden Banken zu verteilen.

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