Buchwert

Kurz & einfach erklärt:

Buchwert verständlich & knapp definiert

Der Buchwert zeigt, zu welchem Wert ein Anlagegut oder Passiva derzeit in der Bilanz bewertet wird. Dazu werden Abschreibungen von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten abgezogen und mögliche Zuschreibungen hinzu addiert.

Der Begriff Buchwert entspricht dem Wert, mit dem einzelne Positionen des Anlagevermögens, also Sach- und Finanzanlagen sowie immaterielle Vermögensgegenstände, in einer Bilanz erfasst werden. 


Der Buchwert entsteht, indem Aktiva und Passiva, bewertet zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, im Laufe der Zeit um die Abschreibungen vermindert und um die Zuschreibungen erhöht werden. 

Entsprechen die Abschreibungen der tatsächlichen Wertminderung, stimmt der Buchwert mit dem Zeitwert überein.

Ermittlung des Buchwerts

Den Ausgangspunkt für die Berechnung des Buchwerts bilden die Anschaffungs- und Herstellungskosten eines Wirtschaftsguts. Aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen Bewertungsmaßnahmen ist es möglich, dass sich eben dieser Wert zum nächsten Bilanzstichtag ändern kann. Insbesondere sind in diesem Zusammenhang die bilanziellen Abschreibungen zu nennen, um dessen Betrag sich der Wert eines Anlageguts mindert. Rein formal ergibt sich der Buchwert daher als:

Anschaffungs- oder Herstellungskosten + Zuschreibungen – Abschreibungen = Buchwert

Allerdings ist der Buchwert nicht auf die Seite der Aktiva der Bilanz beschränkt, auch bei Passiva kann ein Buchwert ermittelt werden. In der Regel entspricht der Buchwert dann dem noch „offenen Betrag“. Gemeint ist im Falle von Verbindlichkeiten die noch zu begleichende Restschuld, hingegen ist bei Rückstellungen der Erfüllungsbetrag anzugeben.

Unterschied Buchwert und Zeitwert

In der Betriebswirtschaftslehre existiert allerdings nicht nur eine Methode, um den Wert von Anlagegütern anzugeben. Häufig hierfür genutzt wird auch der sogenannte Zeitwert, der sich wie folgt berechnet:

Anschaffungswert – bisherige Abschreibungen + Wertkorrektur = Zeitwert

Grundsätzlich beschreibt der Zeitwert damit den tatsächlichen, rein marktorientierten Wert eines Anlageguts. Zeitwert und Buchwert können sich aber gleichen, wenn die Abschreibungen der tatsächlichen Wertentwicklung des Guts zu 100 Prozent entsprechen. Allerdings ist dies nur in den seltensten Fällen gegeben.

Buchwert – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Der Buchwert gibt den bilanziellen Wert eines Wirtschaftsgutes an
  • Ermittelt wird der Buchwert durch Abzug der Abschreibungen und Addition von Zuschreibungen zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten
  • Der Zeitwert stellt hingegen die tatsächliche, marktorientierte Wertentwicklung eines Gutes dar

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Themen: Buchhaltung

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