Bubble Economy

Kurz & einfach erklärt:

Bubble Economy verständlich & knapp definiert

Als Bubble Economy werden Volkswirtschaften bezeichnet, die auf der Basis von Börsen- und Aktienspekulationen enorm schnell wachsen. Meist folgt auf diese unverhältnismäßig wachsende Wirtschaft ein risikobehafteter Finanzcrash.

Die Bubble Economy ist eine sich immer stärker überhitzende Wirtschaft, die in verschiedenen Bereichen Investitionsblasen ausbildet. Das große Risiko ist das Platzen dieser Blasen.

Allgemeines zur Bubble Economy

Grundsätzlich wird als Bubble Economy die Bildung einer Blase einer Volkswirtschaft bezeichnet. Dabei können sich mehrere Blasen in verschiedenen Bereichen ausbilden oder nur bestimmte Wirtschaftssegmente betroffen sein. Die Abgrenzung ist nicht immer ganz einfach. Meist entstehen aus einzelnen Investitionsblasen mit der Zeit umfassende Bubble Economys. Die wohl bekannteste Bubble Economy der jüngsten Finanzgeschichte, die zum Platzen kam, ist die japanische Bubble Economy, die Mitte der 1980er entstand und ab 1990 zum Börsencrash in Asien führte. Es gibt aber auch historische Investitionsblasen, die hohe volkswirtschaftliche Risiken mit sich bringen können:

  • die Tulpen-Blase (Tulpenmanie) im 17. Jahrhundert in den Niederlanden
  • der Börsencrash 1929
  • die Dotcom-Blase (New Economy) 2000
  • die US-amerikanische Immobilien-Blase 2007

Es ist festzustellen, dass die Wissenschaft verschiedene Thesen verfolgt, welche die Entstehung einer Bubble Economy zu erklären versuchen. Einigkeit besteht jedoch nicht. Allerdings lassen sich einige Aspekte durchaus zuordnen.

Eine mögliche These zur Bubble Economy

Eine Ursache liegt in unserem Geldsystem. Neues Geld wird durch Schulden generiert. Daraus resultiert, dass bei einem angenommenen Wirtschaftswachstum von 2 Prozent jährlich auch die Verschuldung entsprechend ansteigen muss. Es müssen also immer mehr Schulden aufgenommen werden, um verfolgte Ziele wie jährliches Wirtschaftswachstum zu erzeugen.

Von dieser These ableiten lassen sich die Leitzinssenkungen. Zuerst begann Japan mit einer Absenkung des Leitzinses. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, folgten auch die USA. Die Folge einer Blase ist, dass Kredite (Schulden) immer billiger zu bekommen sind und ebenfalls für Investitionen verwendet werden. Um nun noch Wachstum generieren zu können, müssen immer noch mehr Schulden gemacht werden. Das Geld wird zu ultra-lockeren Konditionen in Form von Krediten verteilt.

2007/2008 wollten die USA den Leitzins wieder anheben. Damit verteuerten sich auch die bis dahin generierten Schulden. Insbesondere private Kreditnehmer fielen dadurch aus dem Raster an Voraussetzungen und gingen insolvent. Die Immobilienblase platzte.

Investitionsblasen bilden sich in verschiedenen Segmenten aus

Ähnlich war auch die Entwicklung in Europa zu beobachten. Immer mehr billiges Geld wurde in Form von Krediten zunächst in Aktien investiert. Das erklärte in der Folge der Finanzkrise die neuen Allzeithochs. Die Investoren realisierten, dass sich hier eine Blase bilden würde. Damit gelangten Investitionen wie Immobilien (Betongold) immer mehr in den Fokus. Das erklärt die steigenden Immobilienpreise ab 2010.

Die Risiken einer Bubble Economy sind nicht einzuschätzen

In einer Bubble Economy wird also immer mehr Geld für Investitionen und Konsum verwendet, welches als Kredite auf den Markt gelangt. Sollen irgendwann wieder Leitzinsen angehoben und damit Schulden verteuert werden, können solche Blasen platzen. Zusätzlich befeuert werden Blasen durch Massenpsychologie, wie bei Aktien oft zu beobachten. Obwohl es ein umgeschriebenes Gesetz ist, zu kaufen, wenn Kurse tief sind, können schnell steigende Kurse regelrechte Kaufräusche auslösen. Es kommt zur Marktüberhitzung und dann mit dem Platzen der Bubble zur Korrektur.

Fazit

  • zunächst nutzt eine Bubble Economy einer Volkswirtschaft
  • ab einer bestimmten Blasengröße nehmen die Risiken in verschiedenen Bereichen zu
    das Platzen einer Blase lässt sich nicht voraussagen

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Themen: VWL

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