Bruttoinlandsprodukt (BIP)

Kurz & einfach erklärt:

Bruttoinlandsprodukt (BIP) verständlich & knapp definiert

Das BIP misst den Wert aller Güter und Dienstleistungen, die innerhalb eines Jahres in einer Volkswirtschaft erstellt werden. Damit ist das BIP die wichtigste Kennzahl zur Messung des Wirtschaftswachstums in einer Volkswirtschaft.

Das BIP umfasst den Wert aller Güter und Dienstleistungen, die binnen eines Jahres innerhalb der Landesgrenzen einer Volkswirtschaft erstellt werden. Dabei beinhaltet die deutsche Berechnung auch alle Leistungen von Ausländern innerhalb Deutschlands, berücksichtigt aber keine Leistungen von Inländern, die im Ausland erbracht werden.

Bedeutung des BIP

Das BIP ist ein Maß für die wirtschaftliche Leistung einer Volkswirtschaft während eines bestimmten Zeitraums. Schließlich umfasst es den Wert aller Güter und Dienstleistungen, die in einer Volkswirtschaft innerhalb dieses Zeitrahmens produziert werden. Unter anderem kann anhand des BIPs das Wirtschaftswachstum bemessen werden. Dazu ist es notwendig, das rein nominale BIP mittels Inflationsbereinigung in ein reales BIP umzuwandeln. Dessen Entwicklung bezeichnet dann das Wirtschaftswachstum.f

Grundsätzlich ist es möglich, das BIP nicht nur auf einzelne Staaten zu beziehen. Auch eine Ausweitung ganzer Wirtschaftsräume wie etwa der EU oder Südostasien ist prinzipiell möglich. Allerdings bedarf dies einer teils recht komplexen Umrechnung des Werts der Dienstleistungen und Güter in die jeweils anderen Währungen. Dennoch können auf Basis des BIPs Vergleiche zwischen zwei verschiedenen Wirtschaften gezogen werden. Hierbei bietet sich insbesondere die Umrechnung des BIP auf einen pro Kopf Wert an, damit beispielsweise der Wohlstand der Länder vergleichbar ist.

Überblick vom Bruttoinlandsprodukt in Deutschland 2015
Zusammensetzung des BIP in Deutschland (Stand: 2015)



Berechnung des BIP

Es existieren insgesamt drei verschiedene Methoden, das BIP auf rechnerischem Wege zu ermitteln. Alle Wege führen dabei zum selben Ergebnis. Im Rahmen der Entstehungsrechnung wird die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von der Produktionsseite dargestellt. Dazu wird zunächst die Bruttowertschöpfung des kompletten Landes ermittelt. Berechnung: Summe aller Produktionen abzüglich aller Vorleistungen. Die Berechnung des BIP sieht dann wie folgt aus:

Produktionswert – Vorleitungen = Bruttowertschöpfung

Bruttowertschöpfung + Gütersteuern – Gütersubventionen = BIP

Die Verwendungsrechnung verfolgt hingegen einen komplett anderen Ansatz, betrachtet sie doch die Seite der Nachfrager. Dabei wird die Verwendung aller Waren und Dienstleistungen bestimmt. Berechnung:

Private Konsumausgaben + Konsumausgaben des Staates + Bruttoinvestitionen + Außenbeitrag = BIP

Bleibt als letzte Variante die Verteilungsrechnung, im Rahmen derer das BIP anhand des entstandenen Einkommens gemessen wird. In Deutschland wird diese Rechnung allerdings nicht vollzogen, da keine ausreichenden Informationen über die Unternehmensgewinne vorliegen.

Arbeitnehmerentgelt + Unternehmens- und Vermögenseinkommen = Volkseinkommen

Volkseinkommen + Produktions- und Importabgaben an den Staat abzüglich Subventionen = Bruttonationaleinkommen

Bruttonationaleinkommen – Saldo der Primäreinkommen aus der übrigen Welt = BIP

BIP – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Das BIP umfasst den Wert aller Waren und Dienstleistungen, die in einer Volkswirtschaft in einem Jahr erstellt wurden
  • Es existieren drei verschiedene Berechnungsarten für das BIP
  • Das BIP ist einer der wichtigsten Indikatoren für die wirtschaftliche Leistungskraft einer Volkswirtschaft

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Themen: VWL

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