Bonitätsabhängiger Zinssatz

Kurz & einfach erklärt:

Bonitätsabhängiger Zinssatz verständlich & knapp definiert

Besteht ein bonitätsabhängiger Zinssatz, so ist die Höhe der zu leistenden Kreditzinsen abhängig von der Bonität des Kreditnehmers. Die Faktoren welche die individuelle Bonität bestimmen werden vom Kreditinstitut bestimmt.

Von einem bonitätsabhängigen Zinssatz ist immer dann zu sprechen, wenn die Bank die Zinsen für einen Kredit generell auf Basis der individuellen Bonität festlegt. Im Gegensatz hierzu stehen bonitätsunabhängige Zinsen.

Bonitätsabhängiger Zinssatz berechnen

Bonität beschreibt generell, wie kreditwürdig ein Schuldner ist. Verfügt er über eine hohe Bonität, so gilt eine Rückzahlung des Kapitals als äußerst wahrscheinlich. Je geringer die Kreditwürdigkeit hingegen ausfällt, desto wahrscheinlicher sind Zahlungsausfälle. Berechnet die Bank bonitätsabhängige Zinsen, so hat eben diese Bonität einen entscheidenden Einfluss darauf, wie teuer ein Kredit für einen Kreditnehmer ist. Festgemacht wird diese Bonität dabei an verschiedenen Faktoren:


Welcher Faktor wie stark von der Bank berücksichtigt wird, bleibt dem Kreditinstitut überlassen. Es gilt jedoch gerade im Hinblick auf Ratenkredite, dass das Einkommen eine entscheidende Rolle spielt. Zudem sorgt eine negative Schufa-Auskunft in der Regel für eine direkte Ablehnung des Kreditgesuchs.

Bonitätsabhängiger Zinssatz – Beispiel aus der Praxis

Angenommen, Kreditnehmer A möchte ein Darlehen in Höhe von 10.000 Euro aufnehmen, dass er innerhalb von 1 Jahr abbezahlen möchte. Er verfügt über ein sicheres Einkommen von 60.000 Euro pro Jahr und ist verbeamtet. Auch die Schufa-Auskunft ist tadellos, so dass die Bank diesem Kreditnehmer ein Zinsangebot von 2,50% pro Jahr anbietet (effektiv).

Ein Kreditnehmer B möchte ebenfalls ein solches Darlehen aufnehmen. Allerdings liegt sein Einkommen lediglich bei 45.000 Euro, zudem ist er in der freien Wirtschaft angestellt. Folglich legt die Bank einen Kreditvertrag vor, der einen Effektivzinssatz von 4,00% vorsieht. Beide Kreditnehmer erhalten also generell ein Darlehen, jedoch zu unterschiedlichen Zinsen. Denn das Ausfallrisiko von Kreditnehmer A ist aufgrund seines Einkommens und seiner Tätigkeit deutlich geringer als das von Kreditnehmer B.

Unterschied bonitätsunabhängiger und bonitätsabhängiger Zinssatz

Banken haben allerdings auch die Möglichkeit, den Zins unabhängig von der Bonität zu vergeben – auch wenn dieses Verfahren mittlerweile recht unüblich ist. Dann erhält praktisch jeder Kreditnehmer denselben Zinssatz. Die Bank entscheidet auf Basis einer Bonitätsprüfung lediglich, ob ein Darlehen generell vergeben wird oder nicht. In der Regel führt dieses Verhalten dazu, dass weniger Kredite an Kreditnehmer vergeben werden.

Bonitätsabhängiger Zinssatz – Definition & Erklärung

  • Ist ein Zinssatz bonitätsabhängig, so bemisst sich dessen Höhe an der Bonität des Kreditnehmers
  • Dabei wird die Bonität vor allem anhand des Einkommens und der Kreditsicherheiten fest gemacht
  • Ist der Zins hingegen bonitätsunabhängig, so erhalten alle Kreditnehmer denselben Zinssatz bzw. gar kein Darlehen bewilligt

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Themen: Kredit

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