Bid Ask Spread

Kurz & einfach erklärt:

Bid Ask Spread verständlich & knapp definiert

Bid Ask Spread bezeichnet die Spanne (spread) zwischen Geldkurs (bid) und Briefkurs (ask) im Kontext des Wertpapierhandels. Der bid-Kurs ergibt sich aus dem maximalen Kaufangebot, der ask-Kurs aus der am Markt minimalen Verkaufsforderung.

Unter dem Bid-Ask-Spread oder der Geld-Brief-Spanne wird die Spanne zwischen Geldkurs und Briefkurs bei Finanzmarkttransaktionen verstanden.

Die Begriffe Bid und Ask

Bid stammt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie "bieten". Die deutsche Entsprechung lautet Geldkurs. Es handelt sich um das Kaufangebot in Form des höchsten Preises, den jemand für ein Finanzprodukt zu zahlen bereit ist. Bei den Käufern kann es sich um Einzelpersonen, Banken, Fonds oder Broker handeln. Gehandelt werden können etwa Wertpapiere, Devisen oder Derivate. Der Angebotspreis entspricht dem Preis, den Anleger für den Verkauf der Finanzinstrumenten erhalten.

Der Begriff Ask entspricht in seiner Bedeutung dem Wort "nachfragen" und findet seine deutsche Entsprechung in der Bezeichnung Briefkurs. Es handelt sich um den geringsten Preis, zu dem jemand bereit ist, Finanztitel zu verkaufen. Konkret ist der Ask das Preisangebot, zu dem Anleger Finanzprodukte kaufen können.

zwei Kästen mit Formel zur Berechnung von Bid-Ask Spread
Die Berechnung vom Bid-Ask-Spread

Spread oder Differenz

Der ebenfalls aus dem Englischen stammende Begriff Spread findet seine deutschen Entsprechungen den Bezeichnungen "Spanne" oder "Differenz". Damit bezeichnet er den preislichen Abstand zwischen Bid und Ask. Die Spanne ist Resultat des Wunsches der Käufer, einen möglichst niedrigen Preis zu zahlen und dem Wunsch der Verkäufer, einen möglichst hohen Preis zu erzielen. Spreads zeigen sich auch auf dem Devisenmarkt, da auch Währungen Differenzen zwischen Geld- und Briefkursen aufweisen.

Da Anleger stets zum etwas teureren Ask-Kurs kaufen und zum günstigeren Bid-Kurs verkaufen, ist der Spread besonders bei kurzfristigen Anlageentscheidungen von Bedeutung. Ein unmittelbarer Verkauf nach dem Kauf bedeutet in der Praxis einen Verlust in Höhe des Spreads. Daher ist der Spread in Anlageentscheidungen als Kostenpunkt einzukalkulieren. Erst bei einer gewünschten Kursveränderung in Höhe des Spreads kann ein Anleger in die Gewinnzone eintreten. Hierbei sind zusätzlich Orderprovision sowie weitere Kosten, etwa Parkettgebühren, zu berücksichtigen. Für Broker oder ausführende Banken stellt der Spread einen Ertrag dar.

Einflussfaktoren auf den Spread

Maßgeblichen Einfluss auf die Höhe des Spreads hat die Liquidität des gehandelten Finanzprodukts. Im Falle eines hohen Handelsvolumens sind sich Bid und Ask oftmals sehr nahe. Besonders geringe Spreads weist etwa der Devisenmarkt auf, da es sich beim Währungshandel um den weltweit umsatzstärksten Finanzmarkt handelt. Höhere Spreads finden sich etwa in den seltener gehandelten Aktien kleinerer Emittenten. Auch innerhalb ein und derselben Finanzinstrumente können die Spreads je nach Liquidität zu- oder abnehmen. Neben der Liquidität finden sich etwa in der Wahl des Brokers ein weiterer Einflussfaktor auf den Spread. So finden sich etwa Broker, die Handel ohne Ordergebühren ermöglichen, jedoch über höhere Spreads Erträge generieren.

Zusammenfassung Bid-Ask-Spread

  • Bid bezeichnet als Geldkurs den Preis, den Anleger beim Verkauf von Finanzinstrumenten erhalten
  • Ask bezeichnet als Briefkurs den Preis, den Anleger beim Kauf von Finanzprodukten zahlen
  • Der Spread bezeichnet die Spanne zwischen Geldkurs und Briefkurs
  • Da der Geldkurs geringer ist als der Briefkurs muss der Spread bei Anlageentscheidungen berücksichtigt werden
  • Haupteinfluss auf den Spread hat die Liquidität

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Themen: Börse

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