Bestandsminderung

Kurz & einfach erklärt:

Bestandsminderung verständlich & knapp definiert

Die Bestandsminderung beschreibt einen Rückgang des Güterbestandes in der betrachteten Abrechnungsperiode. Gegenstück hierzu: Bestandsmehrung. Die Minderung tritt auf, wenn in der Periode mehr Güter verkauft als produziert wurden und sich so der Lagerbestand verringert. Im Sinne der Gewinn- und Verlustrechnung stellt eine Bestandsminderung einen Aufwand dar.

Unternehmen sind verpflichtet, ihren Erfolg regelmäßig auszuweisen. In erster Linie geschieht das im Rahmen des Jahresabschlusses, der sich immer auf ein komplettes Geschäftsjahr bezieht. Die wichtigsten Teile des Jahresabschlusses stellen Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung dar. 


Innerhalb der sogenannten Gewinn- und Verlustrechnung werden die Herstellungsaufwendungen und Betriebserlöse der betreffenden Abrechnungsperiode gegenübergestellt. Entspricht die hergestellte Warenmenge der Absatzmenge, dann ergibt sich der Betriebserfolg bereits aus der Differenz zwischen Umsatzerlösen und Herstellungsaufwendungen. In der Praxis ist das jedoch meist nicht der Fall. 

Oftmals sind die abgesetzte und die hergestellte Warenmenge sehr unterschiedlich. Wurden während des Abrechnungszeitraumes mehr Güter hergestellt als abgesetzt werden konnte, dann liegt eine Bestandsmehrung vor. Der umgekehrte Fall hingegen wird als sogenannte Bestandsminderung bezeichnet. Während die Bestandsmehrung einen Ertragscharakter hat, bedeutet die Bestandsminderung einen betriebswirtschaftlichen Aufwand.

Entstehung der Bestandsminderung

In jedem produzierenden Unternehmen kommt es vor, dass die sogenannten „Fertigen Erzeugnisse“ nicht direkt verkauft werden. Oft erfolgt eine Produktion auf Vorrat, so dass sich der Bestand dieser Erzeugnisse erhöht. Doch auch der umgekehrte Fall ist nach dem Aufbau eines solchen Lagers möglich, wobei dann entsprechend von der Bestandsminderung zu sprechen ist.

Dieser Geschäftsvorfall erhöht die Umsätze des Unternehmens, denn schließlich werden Waren an Kunden verkauft. Allerdings sind diese Erlöse als periodenfremd zu bezeichnen, denn die eigentliche Leistung hat das Unternehmen schon einige Monate vorher oder nachher erbracht. Lediglich die Zahlung des Entgelts für die Erzeugnisse erfolgt zum jetzigen Zeitpunkt. Genau aus diesem Grund ist es wichtig, derlei Bestandsveränderungen sowohl im negativen als auch im positiven Sinne genau festzuhalten. Dies ist schon für interne Zwecke von Relevanz, um wirklich klar analysieren zu können, ob etwa die Produktivität in einem Quartal besonders hoch oder niedrig war.

Bestandsminderung buchen

Es ist notwendig, die Bestandsminderung genau zu buchen. In der Periode der Bestandsminderung werden grundsätzlich mehr Güter verkauft, als eigentlich produziert worden sind. Damit stehen Erträge auf der Habenseite der Gewinn- und Verlustrechnung, denen jedoch keine direkten Herstellungskosten gegenüberstehen. Denn diese finden sich bereits in der GuV der Vorperiode.

Daher gilt: Ist der Schlussbestand des Bestandskontos „Fertige Erzeugnisse“ geringer als der Anfangsbestand, so muss die wertmäßige Bestandsminderung als Aufwand in die GuV einfließen und dort als Soll vermerkt werden. Ein entsprechender Buchungssatz könnte wie folgt aussehen:

SBK 25.000 an Fertige Erzeugnisse 25.000

Umsatzerlöse 10.000 an GuV 10.000

GuV 10.000 an Fertige Erzeugnisse

Bestandsminderung – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Eine Bestandsminderung kommt durch vorherigen Lageraufbau zustande
  • Unternehmen verkaufen Güter, die bereits in einer Vorperiode erstellt worden sind
  • Diese zeitliche Differenz muss in der GuV festgehalten werden

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Themen: Buchhaltung

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