Berichtswesen

Kurz & einfach erklärt:

Berichtswesen verständlich & knapp definiert

Das Berichtswesen bezeichnet die Sammlung aller Berichte, die systematisch erstellt wurden und entscheidungsrelevante Informationen enthalten. Dabei verfolgt das Berichtswesen die Ziele, den Informationsbedarf zu decken und Transparenz zu schaffen.

Das Berichtswesen ist eine der bedeutendsten Funktionen im Unternehmen und sorgt durch seine Arbeit dafür, dass alle betrieblichen Vorgänge in der Art und Weise umgesetzt werden, dass der Input und Output bewertbar und vergleichbar wird. Die Bezeichnungen Rechnungswesen oder Controlling beschreiben die gleiche betriebliche Funktion, setzen allerdings jeweils leicht unterschiedliche Schwerpunkte.

Die wesentlichen Aufgaben und Methoden des Berichtswesens

In erster Linie richten sich die Arbeitsergebnisse beim Berichtswesen an interne Empfänger: Die Unternehmensleitung benötigt die Kennzahlen oder Key Performance Indicators bestimmter Abteilungen, Produktlinien und Funktionen um diese mit der Planrechnung und oftmals auch der gesamten Branche vergleichen zu können. Die auftretenden Kosten werden dabei in unterschiedliche Kategorien geteilt, um sie näher betrachten und durch unternehmerisches Handeln letztendlich auch beeinflussen zu können. Meist werden die Kosten in Material-, Personal- und Finanzierungskosten geteilt, um eine noch höhere Aussagekraft zu bekommen.


Im Berichtswesen gibt es meist eine auf die bereits realisierten Geschäftsvorfälle gerichtete Betrachtungsweise (wie das betriebliche Rechnungswesen), welches auch die Ausgangswerte für die Zukunftsplanungen bzw. Prognoserechnungen liefert. Im Bereich der Unternehmensplanung werden dann meist verschiedene Szenario-Rechnungen erstellt, die darstellt, wie sich das Unternehmen weiterentwickeln könnte.


Die bedeutendsten Arbeitsergebnisse des Berichtswesens sind einerseits die Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Unternehmensbilanz.

Vom HGB zu internationalen Rechnungslegungsstandards: Historische Veränderungen des Berichtswesens

Insbesondere bei den großen Aktiengesellschaften finden sich in den Veröffentlichungen sogar zwei unterschiedliche Formen der Zahlenberichterstattung, obwohl es sich um das selbe Unternehmen oder den selben Konzern handelt. Da gibt es die traditionelle Berichterstattung gem. den Regelungen des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB), die insbesondere den Unternehmenserfolg anders aufsplittet, als es die neuere Form nach den internationalen Rechnungslegungsstandards tut: Die "HGB-orientierte" Erfolgsberichterstattung unterscheidet zwischen:

Dem Betriebsergebnis:


Das Betriebsergebnis spiegelt alle Vorgänge wider, die mit der regelmäßigen Erstellung von Produkten und Dienstleistungen zu tun haben. Im Gewinn- (oder Verlustwert) wird die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens deutlich. Besonders gerne werden in diesem Zusammenhang die Umsatzrendite oder auch Deckungsbeiträge betrachtet.

Dem Finanzergebnis:


Beim Finanzergebnis handelt es sich meist um einen Saldo, der sich aus Erträgen und Aufwendungen aus Geldanlagen bzw. Finanzierungen ergibt. In der Detailbetrachtung zeigt sich dann, ob beispielsweise das Betriebsergebnis ausreicht, ein mgl. negatives Finanzergebnis zu decken oder ob es beispielsweise Minderheitsbeteiligungen sind, die ein Unternehmen ins Minus gebracht haben. Für die strategische Analyse ist von großer Bedeutung, ob das Unternehmen seinen Erfolg mit Produkten oder mit Geldanlagen generiert hat.

Dem außerordentlichen Ergebnis:


In diesen Teil der Erfolgsberichterstattung werden alle einmaligen bzw. Sonderereignisse gebucht. Wenn beispielsweise stille Reserven in Form von Gebäuden oder Grundstücken gehoben werden, dann soll klar ausgewiesen werden: Hier handelt es sich nicht um einen Erfolgsbeitrag aus normaler Geschäftstätigkeit.


Der Berichterstattung in der traditionellen Form der Bilanz und Erfolgsrechnung nach HGB baut auf dem Konzept der Unternehmensfortführung - dem sog. "going concern" - auf. Zudem steht die Sicherung der Unternehmensumwelt und der Gläubiger im Vordergrund, weshalb viele Bewertungsansätze sehr vorsichtig und konservativ sind.


In den letzten Jahren rückte die internationale Vergleichbarkeit der Bilanzen mehr und mehr in den Vordergrund: Das Berichtswesen wurde zumindest teilweise auf die internationalen Rechnungslegungsstandards (International Accounting Standards) umgestellt. Hier stehen andere Kennzahlen im Vordergrund: Im angelsächsischen Bereich - dem Ursprung der IAS - wurden schon immer die Kapitalrenditen in den Vordergrund gestellt. Deshalb finden sich im Berichtswesen mehr und mehr Kennzahlen zu Eigenkapitalrendite oder Gesamtkapitalrendite (ROCE), die in der HGB-Betrachtung nur selten beleuchtet worden sind.


Deshalb kann davon gesprochen werden, dass das Berichtswesen einen enormen Zahlen- und Kontenpool aufbaut, der aus ganz unterschiedlichen Richtungen beleuchtet werden kann.

Die wesentlichen Merkmale des Berichtswesens sind:

  • Der Begriff beschreibt sowohl die betriebliche Funktion, kann aber auch als Abteilungsbezeichnung genutzt werden
  • Liefert ein Füllhorn an Zahlenmaterial als Grundlage betrieblicher Entscheidungen und Dispositionen
  • Unterliegt dem Wandel der Zeit und unterschiedlichen Betrachtungshorizonten

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Themen: Buchhaltung

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