Bereinigtes Nettoeinkommen

Kurz & einfach erklärt:

Bereinigtes Nettoeinkommen verständlich & knapp definiert

Das bereinigte Nettoeinkommen bildet die Grundlage für die Festlegung des Unterhaltes. Für die Berechnung werden vom steuerlichen Nettoeinkommen Ausgaben für Altersvorsorge, Schulden und berufsbedingte Aufwendungen in Abzug gebracht.

Das bereinigte Nettoeinkommen ist ein durch verschiedene Zu- und Abschläge verändertes tatsächliches Netto-Einkommen, welches als Berechnungsgrundlage beispielsweise im Familien- und Unterhaltsrecht herangezogen wird. Seine Zielsetzung ist, dass ein Unterhaltspflichtiger gerechter belastet werden kann, wobei insbesondere die Abschläge seine Unterhaltspflichten reduzieren und diese deshalb auch gerne in Anspruch genommen werden. Ähnlich wie beim klassischen Einkommensteuerrecht gibt es allerdings auch Komponenten, die erst auf den zweiten Blick verständlich sind, wie ein Wohnwert in Analogie zu den geldwerten Vorteilen im Einkommensteuerbereich.


Die wesentlichen Bestandteile des bereinigten Nettoeinkommens

Eine wesentliche Zielsetzung des Unterhaltsrechtes ist, dass der geschiedene Ehepartner oder auch die minderjährigen oder noch in Ausbildung befindlichen Kinder einen fairen Anteil an dem tatsächlichen Einkommen des Zahlungspflichtigen haben. Deshalb reicht die einfache Betrachtung des Nettoeinkommens beispielsweise aus dem Hauptberuf bzw. der nicht selbständigen Tätigkeit nicht aus. Deshalb besteht das bereinigte Nettoeinkommen meist aus mehreren Komponenten:


Nettoeinkommen aus nicht selbständiger Arbeit, wobei alle Arbeitsstellen berücksichtigt werden Kapitalerträge wie beispielsweise Zinserträge, Kursgewinne aus Wertpapieren Korrekturfaktoren ähnlich geldwerter Vorteile: Der theoretische Wohnwert einer selbst genutzten Immobilie wird zum bereinigten Nettoeinkommen addiert, weil diese Kostenersparnis (Eigentum statt Miete) ja auch die Zahlungsfähigkeit erhöht

Im Endeffekt ergibt sich dann ein Euro-Wert, der als Bezugsgröße das bereinigte Netto-Einkommen pro Monat darstellt und aus dem sich dann die Höhe des Kinderunterhaltes in Stufen ableiten lässt. Dabei gilt die Grundregel, dass sich ein höheres Monatseinkommen gut für den Unterhalt für die Kinder auswirkt.

Kritik am bereinigten Nettoeinkommen

Immer wieder wird am Unterhaltsrecht oder auch am Begriff des bereinigten Nettoeinkommens Kritik geübt. Das Hauptargument lautet dann meist, dass die Berechnung doch vergleichsweise kompliziert sei und der Wert sich im Endeffekt nicht so wesentlich vom "normalen" Nettoeinkommen unterscheidet. Ähnliches gilt übrigens auch für die private Altersvorsorge, bei der beispielsweise die Riester-Förderung auch an einer Mindesteinzahlung mit einem prozentualen Wert eines speziellen Eigentumsbegriffs ansetzt.

Die wesentlichen Merkmale des bereinigten Nettoeinkommens sind:

  • Es entsteht aus einer Berechnungsmethode, die verschiedene Einkommens- und Abzugspositionen berücksichtigt
  • Als Monatswert hat es direkten Einfluss auf den Unterhaltsanspruch
  • Es wird im Streitfall sogar gerichtlich festgestellt

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Themen: VWL

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