Außenhandelskammer

Kurz & einfach erklärt:

Außenhandelskammer verständlich & knapp definiert

Die Außenhandelskammer fördert die Außenwirtschaft und vertritt die Interessen der deutschen Wirtschaft in anderen Staaten gegenüber der Politik und den Behörden. Sie finanziert sich durch Mitgliedsbeträge, Gebühren und staatliche Zuwendungen und wird durch Mitgliedsunternehmen sebstverwaltet und

Bei einer Außenhandelskammer handelt es sich um eine Institution, welche die Interessen der heimischen Wirtschaft im Ausland vertritt und Außenwirtschaftsförderung betreibt. In der Regel organisieren Wirtschaftsverbände und einzelne Unternehmen diese Organisationen eigenständig, arbeiten aber eng mit staatlichen Institutionen zusammen und erhalten Zuschüsse. In Deutschland übernehmen diese Funktion die Deutschen Außenhandelskammern (AHKs).

Organisation der Außenhandelskammer

Die Geschichte der AHKs wurzelt im Jahr 1894, als die erste Außenhandelskammer in Belgien entstand. Seitdem hat die deutsche Wirtschaft ein dichtes Netz an Standorten aufgebaut. Es bestehen in 90 Ländern 130 AHKs, in größeren Staaten wie China und Brasilien betreiben die AHKs mehrere Standorte. Fast überall handelt es sich um bilaterale Außenhandelskammern, Mitgliedsunternehmen mit Sitz vor Ort tragen diese. Lässt es der rechtliche Status nicht zu, weil Deutschland einen Staat zum Beispiel nicht anerkennt oder andere diplomatische Probleme vorhanden sind, gründen die AHKs Vertretungen oder Repräsentanzen als Vorform einer bilateralen Außenhandelskammer. Insgesamt verfügen die AHKs über rund 45.000 Mitgliedsunternehmen. Etwa 1.700 Beschäftigte arbeiten für die AHKs.

Kooperationen

Die AHKs kooperieren in Deutschland eng mit den Industrie- und Handelskammern sowie zunehmend mit Handwerksverbänden. Darüber hinaus arbeitet die Organisation mit verschiedenen staatlichen Institutionen zusammen. Dazu gehören das Bundeswirtschaftsministerium sowie deutsche Botschaften in den jeweiligen Ländern. Auch mit unterschiedlichen Branchenverbänden, Ländervereinigungen und vielen anderen Organisationen mit ökonomischen oder politischen Interessen in der Beziehung zu anderen Staaten stimmen sich die AHKs ab.

Aufgaben der Außenhandelskammer

Die AHKs zeichnen für mehrere Funktionen verantwortlich. Erstens vertreten sie allgemein die Interessen der deutschen Wirtschaft in anderen Staaten gegenüber der Politik und den Behörden. Zweitens verschreibt sich die Organisation der Außenwirtschaftsförderung, was vielfältige Initiativen umfasst. Die AHKs werben beispielsweise für eine engere Verzahnung der deutschen und ausländischen Wirtschaft und führen Konferenzen und Seminare zu unterschiedlichen Themen durch. Drittens fungieren die AHKs für ihre Mitgliedsunternehmen als Dienstleister und bieten eine Vielzahl an konkreten Leistungen an. Sie unterstützen zum Beispiel beim Aufbau von Standorten und kümmern sich um Geschäftsanbahnungen. Sie beraten auch bei rechtlichen Fragen und stellen Marktstudien zur Verfügung. Zu den weiteren Serviceangeboten gehören Inkasso-Leistungen sowie Messe- und Personaldienstleistungen.

Finanzierung der Außenhandelskammer

Die AHKs finanzieren sich vornehmlich aus zwei Quellen: Zum einen empfangen sie von den Mitgliedsunternehmen regelmäßige Beiträge. Zum anderen berechnen sie für die unterschiedlichen Dienstleistungen Gebühren. Zusätzlich unterstützt das Bundeswirtschaftsministerium die AHKs finanziell.

Außenhandelskammer im Überblick:

  • selbstverwaltet durch Mitgliedsunternehmen
  • fördert die Außenwirtschaft
  • konkrete Dienstleistungen für Mitglieder
  • enge Kooperation unter anderem mit staatlichen Institutionen
  • finanziert durch Mitgliedsbeiträge, Gebühren und staatliche Zuwendungen

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Themen: Wirtschaft

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