Auktionsverfahren

Kurz & einfach erklärt:

Auktionsverfahren verständlich & knapp definiert

Das Auktionsverfahren wird dazu genutzt, den Preis von neu emittierten Aktien zu bestimmten. Dabei geben Bieter ein verdecktes Gebot inklusive einem Preis und dem gewünschten Volumen ab. Anschließend verteilt die Emissionsbank die Wertpapiere auf Basis der abgegebenen Gebote an die einzelnen Bieter.

Das Auktionsverfahren ist ein bei der Aktienemission (siehe Emission) angewandtes Verfahren. Hierbei haben die Anleger die Möglichkeit, ohne vorgegebene Preisspanne innerhalb einer festgelegten Frist limitierte Kaufaufträge abzugeben. Nach dem Ablauf der Frist erfolgt die Aktienzuteilung. Hierbei wird das höchst Gebot zuerst bedient. 


Alle nachfolgenden Kaufaufträge werden solange ausgeführt, bis das Emissionsvolumen erschöpft ist. Der letztendliche Emissionspreis ist der Preis, welcher dem niedrigsten Gebot entspricht, dass noch in die Zuteilungsmasse fällt.

Ablauf des Auktionsverfahrens

Wenn Unternehmen erstmalig Aktien emittieren, besteht noch eine gewisse Unsicherheit über den Preis, der durch den Verkauf der Wertpapiere erzielt werden kann. Aus diesem Grund nutzen einige Aktiengesellschaften das sogenannte Auktionsverfahren, um die Aktien an interessierte Investoren zu verkaufen. Genau wie bei einer herkömmlichen Auktion auch, können die Bieter ein Preis- und Mengenangebot für die Wertpapiere abgeben, das dann wie folgt aussieht:

  • 1.000 Aktien zu 44,50 Euro


Beim Auktionsverfahren überbieten sich die Investoren jetzt allerdings nicht, sie geben ihre Gebote einmalig und versteckt ab. Nach dem Ende dieser Zeichnungsfrist wertet das Unternehmen bzw. die Emissionsbank dann alle Gebote aus. Dabei erhält der Bieter mit dem höchsten Gebot den Zuschlag für die Aktien. Sofern dann noch weitere Wertpapiere verfügbar sein sollten, werden die Aktien an den Nächstbietenden verkauft bis schließlich alle Aktien am Markt sind.

Amerikanisches und holländisches Auktionsverfahren

Zu unterscheiden ist zwischen dem sogenannten diskriminierenden Tender-Verfahren (amerikanisch) und dem kompetitiven Tender-Verfahren (holländisch). Nutzt ein Emittent das amerikanische Verfahren, so erhält jeder Bieter eine Zuteilung der Aktien zu seinem individuellen Preisgebot. Dadurch gibt es unterschiedlich hohe Emissionspreise. Hingegen wird beim holländischen Tender ein einheitlicher Preis für die Wertpapiere festgelegt, der den Markt räumen soll.

Beispiel für das Auktionsverfahren

Ein Unternehmen emittiert insgesamt 1 Million Aktien und nutzt das Auktionsverfahren zur Preisbildung. Insgesamt finden sich vier potenzielle Investoren, die verdeckt folgende Gebote abgeben:

  • Bieter A: 000 Aktien zu 9 Euro
  • Bieter B: 000 Aktien zu 10 Euro
  • Bieter C: 00 Aktien zu 7 Euro
  • Bieter D: 000 Aktien zu 8 Euro


Wenn nach dem amerikanischen Tender verfahren wird, so erhält zunächst Bieter B 300.000 Aktien zu 10 Euro. Schließlich hat dieser das höchste Gebote abgegeben. Anschließend werden 350.000 Aktien an Bieter B zu 9 Euro verkauft. Bieter D hat 8 Euro für 400.000 Aktien geboten, allerdings können nur noch 350.000 verteilt werden. Insofern erhält Bieter D noch genau 350.000 Aktien zu einem Preis von 8 Euro, hingegen geht Bieter C komplett leer aus.

Auktionsverfahren – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Das Auktionsverfahren dient der Preisbestimmung von Aktien
  • Bieter geben verdeckte Gebote für die Wertpapiere ab
  • Anschließend werden die Aktien an die Meistbietenden verteilt

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Themen: Börse

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