Armut

Kurz & einfach erklärt:

Armut verständlich & knapp definiert

Armut beschreibt das langfristige Nichtvorhandensein von notwendigen Gütern, Produkten oder Dienstleistungen, sodass betroffene Personen sich über einen langen Zeitraum in einer Notlage befinden.

In der Ökonomie wird auch der Begriff der Armut definiert. Dabei wird in verschiedene Formen der Armut unterteilt. Sie lässt sich der Zustand der Armut hauptsächlich nach relativer und absoluter Armut differenzieren. 


Wird von Armut gesprochen, ist in der Regel die absolute Armut gemeint. Diese Form beschreibt einen Zustand, in dem einem Betroffenen lediglich ein Leben am Existenzminimum möglich ist. Das ist vor allem in den Entwicklungsländern verbreitet. Aber auch in Industrieländern existieren beispielsweise Obdachlose, die ebenfalls als absolut arm gelten. 

Die relative Armut hingegen orientiert sich am in der betreffenden Volkswirtschaft verbreiteten Wohlstand. Relativ arm kann auch jemand sein, dem es grundsätzlich gut geht. Voraussetzung dafür ist ein deutlich höherer Wohlstand in der restlichen Bevölkerung.

Abgrenzung von relativer und absoluter Armut

Wenn beispielsweise in den Medien von Armut gesprochen wird, so ist hierbei klar zwischen absoluter und relativer Armut zu differenzieren. Steht der Begriff in Zusammenhang mit Industrienationen, so handelt es sich in aller Regel um den relativen Armutsbegriff. Gemeint ist hiermit, dass bestimmte Personen oder Bevölkerungsschichten im Vergleich zu anderen Schichten derselben Nation bzw. des gleichen Wirtschaftsraumes als arm gelten. Hiervon ist beispielsweise zu sprechen, wenn Personen weniger als 30 Prozent des Medianeinkommens beziehen.

Absolute Armut ist hingegen deutlich dramatischer. Dieser Begriff beschreibt eine Situation, in der Personen tatsächlich am Rande des Existenzminimums leben und kaum überleben können:

  • Das Pro-Kopf-Einkommen liegt bei weniger als 150 US-Dollar pro Jahr.
  • Die Kalorienaufnahme beträgt weniger als 2.160 bis 2.670 KJ pro Tag.
  • Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei unter 55 Jahren.
  • Rund ein Drittel aller Kinder verstirbt.


Als Faustregel gilt, dass solche Personen absolut arm sind, die weniger als 1 US-Dollar pro Tag zur Verfügung haben. Den Menschen ist es nicht möglich, lebensnotwendige Güter zu kaufen und auch eine Besserung der Verhältnisse ist nicht in Sicht.

Ursachen von Armut

Im Folgenden sollen die Ursachen absoluter Armut näher betrachtet werden. Grundsätzlich gibt es in der Wissenschaft unterschiedlichste Ansätze, die alle ursächlich für die Armut sein können. Es muss daher immer im Einzelfall entschieden werden, welcher Ansatz für das spezifische Land in Frage kommt. Beispiele:

  • Ressourcenfluch: Das arme Land verfügt über hohe Rohstoffvorkommen, wovon die einfache Bevölkerung jedoch nicht profitiert. Denn diese Rohstoffe befinden sich in der Hand einiger, korrupter Oligarchen, die die Güter wiederum an Unternehmen aus Europa und den USA verkaufen.
  • Geodeterminismus: Die ungünstige geographische Lage einer Nation ist schuld an der Armut. So ist etwas das Klima äußerst rau oder es gibt keinen Meerzugang, wodurch die Teilnahme am Welthandel unmöglich ist.
  • Demographische Theorie: Der äußerst starke Bevölkerungsanstieg verursacht Armut, weil beispielsweise die Landwirtschaft nicht schnell genug auf die gestiegene Nachfrage nach Lebensmitteln reagieren kann.

Armut – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Armut meint, dass Personen über unterdurchschnittlich viel Einkommen und Vermögen verfügen
  • Dabei ist zwischen relativer und absoluter Armut zu unterscheiden
  • Als absolut arm gelten Personen, die weniger als 1 US-Dollar pro Tag zur Verfügung haben

 

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Themen: VWL

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