Arbitrage

Kurz & einfach erklärt:

Arbitrage verständlich & knapp definiert

Als Arbitrage ist der Preisunterschied eines Wertpapiers in einem bestimmten Zeitpunkt an verschiedenen Handelsplätzen zu bezeichnen.

Arbitrage bezeichnet die Ausnutzung von Preisdifferenzen eines Gutes oder Wertpapiers an verschiedenen Börsen bzw. Märkten. Häufig betrifft das geringfügige Differenzen, die annähernd zeitgleich auftreten. Diese werden durch sogenannte Arbitragegeschäfte häufig in vergleichsweise großem Umfang abgewickelt. 


Hinter einem Arbitragegeschäft steht in aller Regel eine Gewinnerzielungsabsicht. Nicht nur Preisunterschiede von Gütern, sondern auch Zinsunterschiede verschiedener Kapitalanlagen werden mittels Arbitragegeschäften ausgenutzt. Die Möglichkeit, Arbitragegeschäfte erfolgreich abzuschließen steigt, je transparenter verschiedene Märkte sind. 

Aus volkswirtschaftlichem Aspekt ist anzumerken, dass Arbitragegeschäfte tendenziell dazu führen, dass Preisdifferenzen an verschiedenen Märkten ausgeglichen werden und somit nur in geringem Maße vorkommen.

Ausnutzung der Arbitrage

An der Börse bieten sich verschiedene Möglichkeiten, um durch Investitionen Gewinne zu erzielen. Die sogenannte Arbitrage wird dabei in der Regel nur von institutionellen Anlegern bzw. Brokern ausgenutzt. Sie bezeichnet den Preisunterschied für ein und dasselbe Finanzinstrument zu einem bestimmten Zeitpunkt. Zustande kommt diese Differenz, weil beispielsweise Aktien nicht nur an einer, sondern gleichen an mehreren Börsen gehandelt werden.

Wer die Arbitrage nutzen möchte, der kauft ein Finanzprodukt an einer Börse, nur um es direkt an einer anderen wieder zu verkaufen. Somit werden zwar nur geringe Gewinne erwirtschaftet, diese sind aber sicher und unterliegen keinerlei Schwankungen. Im Gegensatz dazu stehen in der Regel Spekulationen, bei denen der Investor die Preisunterschiede bei einem Finanzprodukt zwischen zwei Zeitpunkten ausnutzen möchte.

Beispiel für die Arbitrage

Die Daimler-Aktie kann an praktisch allen deutschen Börsen gehandelt werden. Ein institutioneller Anleger versucht, sich dies zu Nutze zu machen und die Preisdifferenzen als Gewinn einzustreichen. Um genau 10:15 Uhr liege der Kaufpreis des Wertpapiers an der Frankfurter Börse bei 50,25 Euro. In derselben Sekunde könnte die Aktie an der Stuttgarter Börse für 50,35 Euro verkauft werden. Folglich kauft der Anleger das Wertpapier in Frankfurt, um es direkt wieder in Stuttgart zu verkaufen.

Es entsteht eine Differenz von 0,10 Euro pro Aktie, die als sicherer Gewinne beim Anleger verbleibt. Allerdings müssen hiervon noch mögliche Börsengebühren oder Provisionen abgezogen werden, so dass der reale Gewinn eines solchen Arbitrage-Geschäfts meist nur vergleichsweise gering ausfällt. Lohnenswert ist die Ausnutzung dieses Prinzips nur, wenn es fortlaufend und auf zahlreichen Märkten angewendet wird.

Arbitrage – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Arbitrage bezeichnet den Preisunterschied eines Wertpapiers an zwei verschiedenen Handelsplätzen
  • Mit der Arbitrage können vor allem institutionelle Anleger Gewinne erwirtschaften
  • Arbitragegeschäfte sind sehr sicher, dafür aber nur geringfügig lohnenswert

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Themen: Börse

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