Akkreditiv

Kurz & einfach erklärt:

Akkreditiv verständlich & knapp definiert

Bei einem Akkreditiv handelt es sich um eine vertragliche Verpflichtung einer Bank, im Auftrag des Kunden eine Zahlung zu leisten. Das Akkreditiv wird immer von der Bank eines Einkäufers herausgeben und verspricht den Verkäufer bei Vorlage der festgelegten Dokumenten die Zahlung zu leisten. Ein Akkreditiv kommt meistens im internationalen Handel vor.

Das Akkreditiv (von lat. credere, glauben) ist das Versprechen einer Bank für die Verbindlichkeiten eines bezeichneten Kunden einzustehen, die sich aus einem bestimmten Rechtsgeschäft - in der Regel einem Kaufvertrag - ergeben haben.

Dokumenten Akkreditiv bei Warenverkehr

Die bekannteste Form ist das Dokumenten-Akkreditiv, welches üblicherweise als Absicherung für den grenzüberschreitenden Warenverkehr genutzt wird. Hierbei verpflichtet sich die Bank eines Importeurs unwiderruflich, den Rechnungsbetrag des Exporteurs auszugleichen.

 

Bedingung ist die fristgerechte, vollständige Vorlage, der im Akkreditiv näher bezeichneten Dokumente. Historisch geht das Akkreditiv auf florentinische Banken zurück. Die Ausstellung eines Kreditbriefes machte das Mitführen von Gold oder Münzen als Zahlungsmittel überflüssig, was der Sicherheit der Handelsreisenden diente.

Ablauf des Akkreditivs

Das Akkreditiv ist eine Bezahlungsmethode, die im Auslandsgeschäft zum Einsatz kommt. Dabei soll sowohl dem Lieferanten als auch dem Käufer der Waren ein höchstmögliches Maß an Sicherheit geboten werden. In Grundzügen ist diese Zahlungsart dabei mit PayPal vergleichbar, das auch von privaten Konsumenten verwendet werden kann. Es Akkreditiv ist damit ein abstraktes, aber gleichzeitig bedingtes Zahlungsversprechen. Der Ablauf im Detail:

  • Importeur und Exporteur schließen einen Kaufvertrag ab und einigen sich dabei auf ein Zahlungsmethode Akkreditiv
  • Zunächst muss der Importeuer einen solchen Akkreditiv bei seiner Hausbank eröffnen, dabei seine Kreditlinie beachten und den Exporteur als Begünstigten einsetzen.
  • Als Zahlstelle bedient sich die Bank wiederum der Bank des Exporteuers oder einer Korrespondenzbank.
  • Aus Sicht des Importeuers ist dabei positiv zu beurteilen, dass er die Lieferung nur dann bezahlen muss, wenn bestimmte, im Akkreditiv festgehaltene Voraussetzungen erfüllt sind.
  • Der Exporteuer verfügt im Gegenzug über die Garantie, dass die Zahlung in jedem Fall erfolgt, wenn er alle diese Voraussetzungen erfüllt.


Sobald die Waren im gewünschten Zustand übergeben werden, wickeln die Banken die Bezahlung des Geschäfts ab. Beide Parteien können sich somit auf ein recht hohes Maß an Sicherheit verlassen.

Voraussetzungen für die Zahlung beim Akkreditiv

Bereits angesprochen worden ist, dass im Akkreditiv selbst alle Rahmenbedingungen des Handels festgelegt sind. Insbesondere kommt es auf die Art der Waren, die der Exporteuer versendet. Sie muss einigen Ansprüchen genügen:

  • Menge
  • Qualität
  • Liefertermin
  • Lieferort


Auch der Zahlungstermin und der Betrag sind im Akkreditiv festgehalten. Damit es wirklich zur Zahlung kommt, benötigt die Bank des Exporteuers allerdings noch weitere Dokumente, um diese entsprechend bei der Gegenseite einreichen zu können. Dazu gehören beispielsweise Zolldokumente, Ursprungszeugnis der Ware oder Ladepapiere. Erst wenn diese Unterlagen vorliegen, kann der Importeuer die Waren und der Exporteuer die Zahlung in Empfang nehmen.

Akkreditiv – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Ein Akkreditiv sichert ein Exportgeschäft ab
  • Dabei profitieren sowohl Importeuer als auch Exporteuer von einem hohen Maß an Sicherheit
  • Im Akkreditiv sind alle wichtigen Eckdaten des Geschäfts geregelt

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Themen: Wirtschaft

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