Preisuntergrenze

Die Preisuntergrenze bezeichnet jenen Verkaufswert, den ein Unternehmen mindestens erzielen muss, um keine Verluste zu erwirtschaften.

Die Ermittlung der Preisuntergrenze erfolgt auf der Grundlage der Deckungsbeitragsrechnung.

Die Unterscheidungsmöglichkeiten bei der Preisuntergrenze im Überblick

Im Rahmen der Kosten- und Leistungsrechnung wird in verschiedene Arten der Preisuntergrenze unterschieden. So gibt es zum Beispiel:

  • die kurzfristige Preisuntergrenze
  • die langfristige Preisuntergrenze
  • die liquiditätsorientierte Preisuntergrenze


Bei all diesen Formen der Preisuntergrenze gelten bestimmte Besonderheiten.

Die kurzfristige Preisuntergrenze berücksichtigt die variablen Kosten

Die kurzfristige Preisuntergrenze, teilweise wird sie auch als absolute Preisuntergrenze bezeichnet, entspricht den variablen Stückkosten, die einem Unternehmen durch die Produktion entstehen. Die fixen Kosten werden bei der kurzfristigen Preisuntergrenze nicht berücksichtigt. Dies bedeutet das ein Unternehmen, welches ein Produkt zu einem Preis in Höhe der variablen Kosten verkauft, Verluste erzielt. Aufgrund dieser Tatsache kann ein Unternehmen Produkte nur eine gewisse Zeit zum Preis der variablen Kosten verkaufen.

Im Einzelfall kann ein kurzzeitiger Verkauf von Produkten zu einem Preis der absoluten Preisuntergrenze sinnvoll sein, da das Unternehmen Marktanteile hält. Der Unternehmensverlust entspricht bei einem Verkauf der Produkte zu einem Preis in Höhe der variablen Kosten dem Verlust, den ein Unternehmen erzielen würde, wenn es keine Produkte herstellt und verkauft.

Die langfristige Preisuntergrenze berücksichtigt die fixen und die variablen Kosten

Durch die kurzfristige Preisuntergrenze werden nur die variablen Stückkosten gedeckt. Dies führt dazu, dass das Unternehmen Verluste erzielt. Um dies zu verhindern, sollte ein Unternehmen im Rahmen der Deckungsbeitragsrechnung jene Preisuntergrenze ermitteln, mit der Verluste vermieden werden. Diese Preisuntergrenze wird als langfristige Preisuntergrenze bezeichnet und berücksichtigt neben den variablen Kosten die erzeugnisfixen, erzeugnisgruppenfixen und unternehmensfixen Kosten.

Bei der Ermittlung der langfristigen Preisuntergrenze werden die fixen Kosten berücksichtigt. Dabei gilt jedoch zu beachten, dass die fixen Kosten gleichbleibend hoch sind. Dies bedeutet, dass sich die Gesamtkosten pro Stück bei einer sinkenden Stückzahl erhöhen. Dies lässt sich am besten anhand folgender stark vereinfachten Beispielrechnung erklären:

variable Kosten pro Stück: 2.000 Euro
fixe Kosten pro Monat: 10.000 Euro

Die kurzfristige Preisuntergrenze beläuft sich bei diesem Beispiel auf 2.000 Euro. Die langfristige Preisuntergrenze ist bei diesem Beispiel von der Anzahl der produzierten Mengen abhängig. Bei einer monatlichen Menge von 200 Stück betragen die fixen Kosten pro Stück, wenn man die Fixkosten umrechnet, 500 Euro. Bei einer Produktion von nur 100 Stück belaufen sich diese Kosten auf 1.000 Euro. Somit ergibt sich bei diesen beiden Absatzmengen eine langfristige Preisuntergrenze in Höhe von 2.500 bzw. 3.000 Euro.

Die liquiditätsorientierte Preisuntergrenze berücksichtigt die Ausgaben eines Unternehmens

Bei der kurzfristigen und langfristigen Preisuntergrenze wird der Aspekt der Liquidität nicht berücksichtigt. Dies stellt ein großes Problem dar. Der Grund hierfür liegt in der Tatsache, dass es für ein Unternehmen wichtig ist, die Liquidität zu sichern.

Sollte ein Unternehmen zum Beispiel nicht alle gefertigten Produkte absetzen können, kann es zu finanziellen Engpässen kommen. Gleiches gilt auch, wenn die abgesetzten Produkte erst später bezahlt werden. Ein späterer Verkauf oder eine spätere Zahlung kann dazu führen, dass ein Unternehmen seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann. Aus diesem Grund werden bei einer liquiditätsorientierten Preisuntergrenze die Einnahmen sowie die variablen Kosten und die kurzfristig ausgabenwirksamen fixen Kosten berücksichtigt.
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