Flexible Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis

Die starre Plankostenrechnung berücksichtigt nicht Veränderungen in der Beschäftigung und proportionalisiert so fälschlicherweise die Fixkosten.

Diese Schwäche versucht die flexible Plankostenrechnung auszugleichen, hier werden die variablen (also beschäftigungsabhängigen) Kosten getrennt berücksichtigt, allerdings nur auf Ebene der Kostenstellen, nicht auf den Kostenträgern. Das Ergebnis sind die sogenannten Sollkosten.

Um die Sollkosten zu ermitteln, werden die Gesamtkosten in fixe und variable Kosten aufgeteilt. Die variablen Einzelkosten werden mit der Istmenge multipliziert und zu den Fixkosten addiert.

Sollkosten = Fixkosten + variable Kosten * (Istbeschäftigung/Planbeschäftigung)

Die Aufspaltung der Kosten in fixe und variable Anteile ermöglicht die Aufteilung der Gesamtabweichung in Verbrauchs- und Beschäftigungsabweichung und damit eine in der Praxis gut anzuwendende Möglichkeit der Kostenkontrolle der Kostenstellen.

Beispiel für die flexible Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis:

Planbeschäftigung: 10.000 Stück
Fixe Plankosten: 50.000 Euro
Variable Plankosten: 150.000 Euro
Plankosten pro Stück: 150.000 Euro / 10.000 Stück = 15 Euro/Stück
Istbeschäftigung: 4.000 Stück
Istkosten: 120.000 Euro
Verrechnete Plankosten: 4.000 Stück * 20 Euro/Stück = 80.000 Euro
Sollkosten: 50.000 Euro + 150.000 Euro * (4.000 Stück / 10.000 Stück) =
50.000 Euro + 150.000 Euro * 0,4 = 110.000 Euro
Aus den verrechneten Plankosten lässt sich die Gesamtabweichung errechnen, indem sie von den Istkosten subtrahiert werden, in diesem Beispiel also 120.000 Euro – 80.000 Euro = 40.000 Euro.

Die Verbrauchsabweichung (Istkosten – Sollkosten) beträgt 120.000 Euro – 110.000 Euro = 10.000 Euro, die Beschäftigungsabweichung (Sollkosten – verrechnete Plankosten) beträgt 110.000 Euro – 80.000 Euro = 30.000 Euro.

Allerdings ist die flexible Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis keine entscheidungsunterstützende Kostenrechnung, denn den Kostenträgern werden in dieser Systematik nicht nur die variablen Kosten des Kostenträgers verrechnet, sondern auch ein proportionaler Fixkostenanteil.

Eine Kalkulation auf dieser Basis würde den Kostenträgern falsche Fixkostenanteile zuschlüsseln und somit ein falsches Ergebnis liefern.

Zusammenfassung flexible Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis

Die flexible Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis

  • trennt Fixkosten und variable Kosten auf Kostenstellenebene,
  • ermöglicht die Aufteilung der Gesamtabweichung in eine Verbrauchs- und Beschäftigungsabweichung,
  • proportionalisiert die Fixkosten jedoch und ist daher keine Unterstützung für Entscheidungen auf Kostenträgerbasis.
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