Kostenstelle

Was ist eine Kostenstelle? Bei einer Kostenstelle handelt es sich um den Ort der Kostenentstehung und der Leistungserbringung.


Man könnte also sagen, dass es sich um Abteilungen in einem Unternehmen handelt. Kostenstellen werden nach Verantwortungsbereichen, räumlichen und funktionalen Aspekten gebildet.

Die gängigen Hauptkostenstellen

  • Material(-> Beschaffung, Disposition, Wareneingang, Lagerhaltung)
  • Fertigung(-> Produktion, Montage, Qualitätssicherungssystem, Arbeitsvorbereitung, Entwicklung)
  • Verwaltung(-> Geschäftsführung, Buchhaltung, Finanzwesen, Personalwesen, Betriebsorganisation, Controlling)
  • Vertrieb(-> Marketing, Vertrieb, Versand, Fakturierung, Auftragswesen, Lager für fertige / unfertige Erzeugnisse)
  • Handel(-> Fabrikverkauf, Direktverkauf, Absatzmittler)


 Anmerkung: Hierbei handelt es sich um die Hauptkostenstellen, mit denen man es auch in der Schule / Uni zu 99 % zu tun haben wird. In der Praxis kann ein Betrieb natürlich über andere Kostenstellen verfügen.

Wozu dient eine Kostenstelle?

In der Betriebswirtschaftslehre ist die Kostenrechnung eines der wichtigsten Instrumente überhaupt. Der Grundgedanke: In jedem Unternehmen gibt es sogenannte Gemeinkosten, die keinem Produkt direkt zurechenbar sind. Zusätzlich dazu existieren Einzelkosten, die wiederum in einem direkten Zusammenhang mit einem Produkt stehen. Aufgabe der Kostenrechnung ist es jetzt, die genauen Kosten für einzelne Produkte zu bestimmen. Insofern müssen insbesondere die allgemeinen Gemeinkosten wie beispielsweise für die Verwaltung, Lagerhallen oder auch Vertrieb auf Produkte umgerechnet werden. Denn nur auf dieser Basis lassen sich wiederum Preise für die Güter bestimmen bzw. deren Wirtschaftlichkeit überprüfen.

Die Kostenstelle beantwortet dabei die Frage: Wo sind die Kosten angefallen? Es kann sich beispielsweise um den Kostenbereich der Produktion oder das Marketing handeln, auch detailliertere Aufstellungen der einzelnen Kostenstellen sind durchaus üblich.

Merke: Was ist eine Kostenstelle?

Eine Kostenstelle ist der physische Ort, an dem die Kosten für einen bestimmten Geschäftsvorfall angefallen sind. Es kann sich beispielsweise um übergeordnete Abteilungen wie die Produktion oder das Marketing handeln.

Bildung und Aufbau der Kostenstellen

Der Gesetzgeber macht Unternehmen praktisch keine Vorschriften darüber, wie ihr individueller Kostenstellenplan auszusehen hat. Insofern ist es den Konzernen überlassen, hier ein branchengerechtes Konzept zu entwickeln bzw. vorgefertigte Pläne zu nutzen. Wichtig ist dabei allerdings immer, dass die Kostenstelle an sich ein eigenständiger und klar abgetrennter Bereich ist. Nur so kann der Leiter der Kostenstelle diese auch wirklich effizient führen. Mögliche Kriterien, nach denen das Controlling die Kostenstellen gliedert sind:

  • Verantwortlichkeiten: Die Stellen unterscheiden sich entweder nach Abteilungen oder Werkstätten.
  • Funktion: Es werden einzelne Kostenstellen für Material, Fertigung, Verwaltung und andere Bereiche gebildet.
  • Räumliche Aspekte: Die Gliederung erfolgt nach Standort, Maschinenarbeitsplatz oder auch Büros.
  • Verrechnungsaspekte: Hierbei gibt es Hauptkostenstellen, Nebenkostenstellen und Hilfskostenstellen.


Besonders gängig ist dabei die letztgenannte Variante. Dabei dienen die Hauptkostenstellen dazu, die anfallenden Kosten mit Kalkulationszuschlägen auf einzelne Kostenträger zu verteilen. Hilfskostenstellen werden lediglich etabliert, um später Kosten leichter auf die Hauptkostenstellen umzurechnen. Die Nebenkostenstellen beziehen sich hingegen nicht auf die eigentliche Produktion, sondern auf die Kosten der Nebenproduktion (Verwertung von Abfällen o.ä.).

Kostenstelle, Kostenträger und Kostenart – ein kurzer Vergleich

Oftmals werden die Begriffe Kostenstelle, Kostenträger und Kostenart synonym verwendet, was allerdings nicht korrekt ist. Die Unterschiede der drei Begriffe sind aber vergleichsweise schnell erklärt:

  • Kostenstelle: „Ort“, an dem die Kosten angefallen sind, wie beispielsweise Produktion oder dem Marketing.
  • Kostenträger: Beantwortet die Frage, wer die Kosten für die Produktion letztlich trägt (Produkt A, Produkt B etc.).
  • Kostenart: Wofür sind die Kosten angefallen? Strom, Telefon, Material etc.

Beispiele für Kostenstellen

Ein großes Wirtschaftsunternehmen, das Autos produziert, möchte die Sinnhaftigkeit seiner Kostenstellen bzw. Abteilungen überprüfen. Aus diesem Grund werden die einzelnen Bereiche näher betrachtet. So fallen unter den Oberpunkt „Materialbereich“ alle Abteilungen, die im weitesten Sinne mit der Beschaffung des Materials beschäftigt sind:

  • Einkauf
  • Wareneingangsprüfung
  • Eingangslager


Allerdings stellt der Autobauer fest, dass vor kurzem eine zusätzliche Qualitätsprüfung eingeführt worden ist, wohingegen die Wareneingangsprüfung lediglich den Bestand der eingekauften Güter überprüft. Daher wird eine neue Kostenstelle in den Bereich der Materialbeschaffung eingegliedert, die eben diesen Sachverhalt in Zukunft dokumentieren wird.

Kostenstelle – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Eine Kostenstelle klärt, in welcher Abteilung bestimmte Kosten angefallen sind
  • Dadurch sollen letztlich Gemeinkosten auf einzelne Produkte umgerechnet werden können
  • Wie ein Unternehmen die Kostenstellen gliedert, ist nicht vom Gesetzgeber vorgeschrieben
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