Stückkosten

Die Stückkosten geben die Kosten je Stück eines Gutes an. Sie dienen in der Kosten- und Leistungsrechnung als Preisuntergrenzen.


Berechnung: Die Gesamtkosten werden durch die Ausbringungsmenge geteilt.


Beispiel: Die Gesamtkosten betragen 100.000 Euro. Es wurden 10.000 Güter produziert. Also: 100.000 Euro / 10.000 Güter = 10 Euro. Die Stückkosten betragen 10 Euro.


Die Stückkosten werden abgekürzt mit einem kleinen k.

Berechnung der Stückkosten

Merke: Was sind Stückkosten?

Stückkosten sind die Kosten, die für die Produktion eines einzelnen Gutes anfallen. Sie beinhalten somit sowohl fixe als auch variable Kostenpunkte.

Rein mathematisch fällt die Berechnung der Stückkosten nicht weiter schwer. Aus dem obigen Beispiel lässt sich direkt eine entsprechende Formel ableiten:

k = (fixe Kosten + variable Kosten) / Produktionsmenge

In der Praxis problematisch ist vor allem, die Fixkosten auf die unterschiedlichen Produkte aufzuteilen, weil diese fixen Kosten eben nicht abhängig von der Produktionsmenge sind. Hierfür müssen fortgeschrittene, mathematische Methoden angewendet werden, zu denen die folgenden zählen:

  • Beanspruchungsprinzip
  • Verursachungsprinzip
  • Entscheidungsprinzip

Bedeutung der Stückkosten für Unternehmen

Die Ermittlung der Stückkosten ist für Unternehmen von großer Bedeutung. Schließlich basieren sowohl die Preispolitik als auch die Erfolgskontrolle fast ausschließlich auf dieser Kennzahl. Produzieren Unternehmen Güter, so müssen sie generell immer die Stückkosten decken, um überhaupt gewinnbringend arbeiten zu können. Von elementarer Wichtigkeit ist dabei auch der sogenannte Deckungsbeitrag, der sich wie folgt berechnet:

Erlöse – variable Kosten = Deckungsbeitrag

Sofern dieser Beitrag bei einem Wert von null liegt, erwirtschaftet das Unternehmen Verluste in Höhe der fixen Kosten. Ist der Betrag hingegen positiv, so steht die Kostendifferenz zur Deckung eben dieser Fixkosten zur Verfügung. Bleibt – vereinfacht gesprochen – danach immer noch Geld über, werden sogar Gewinne erwirtschaftet.

Von Bedeutung ist für Unternehmen aber auch, wie sich die Stückkosten im Abhängigkeit von der Produktionsmenge entwickeln. Grundsätzlich gehen Wirtschaftswissenschaftler davon aus, dass die Stückkosten bei einer Erhöhung der Produktionsmenge zunächst sinken. Die Gründe:

  • Es können Mengenrabatte bei Lieferanten realisiert werden.
  • Fixkosten werden auf mehrere Einheiten von Gütern verteilt.
  • Im Unternehmen entstehen Lerneffekte.


Allerdings nehmen die Stückkosten meist nicht durchgehend ab. Bei einer bestimmten Unternehmensgröße können diese Größenvorteile (Rabatte, Lerneffekte etc.) ins Gegenteil umschlagen. Betriebswirte sprechen dann davon, dass Unternehmen „träge“ werden. Gemeint ist, dass die effiziente Produktion in Unternehmen mit zehntausenden Mitarbeitern nur schwer zu erreichen ist, weil die Koordinations- und Kommunikationskosten exponentiell ansteigen.

Variable und fixe Stückkosten

Bezüglich der Stückkosten ist zwischen den variablen und den fixen Stückkosten zu unterscheiden. Dabei sind die variablen Kosten vergleichsweise einfach zu ermitteln, weil sie in direktem Zusammenhang mit der Anzahl der produzierten Güter stehen. Beispiele:

  • Materialkosten
  • Löhne für Mitarbeiter, die nur mit der Produktion von Gut X beschäftigt sind


Die fixen Stückkosten lassen sich hingegen – wie bereits angesprochen – nicht ohne Weiteres auf einzelne Produkte übertragen. Beispielsweise könnte das Unternehmen in einer angemieteten Lagerhalle sowohl Vorprodukte für die Produktion von Gut A als auch Vorprodukte für die Produktion von Gut B lagern. Wie die Fixkosten jetzt auf die einzelnen Güter zu verteilen sind, müssen genaue Aufstellungen über die Lagerkapazitäten ergeben.

Stückkosten – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Stückkosten geben die Kosten pro produzierter Einheit an
  • Sie beinhalten sowohl fixe als auch variable Kosten
  • Die Stückkosten dienen als Grundlage der Preispolitik und der Erfolgskontrolle
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