Fertigungskosten

Fertigungskosten sind der Teil der Produktionskosten, die nicht direkt mit dem Materialeinsatz, oder der Verwaltung und dem Vertrieb zusammenhängen.

Die Fertigungskosten werden untergliedert in
  • Fertigungseinzelkosten
  • Fertigungsgemeinkosten
  • Sondereinzelkosten der Fertigung

Fertigungseinzelkosten

Darunter versteht man die direkt dem Leistungsprozess zuordenbare Kosten, wie Lohnkosten der Produktion ( Stückkosten, Akkordlöhne etc.), Maschinenkosten (Maschinenstundensätze, Maschinenstückkosten) etc.

Sie werden in der Regel speziell für das jeweilige Produkt bzw. dem jeweiligen Produktionsablauf kalkuliert und bilden die Basis für den Aufschlag der Fertigungsgemeinkosten.

Fertigungsgemeinkosten

Unter die Fertigungsgemeinkosten fallen Kosten, die als Nebenleistung für die Produktion notwendig sind. Dazu zählen etwa die Arbeitsvorbereitung ( Gehalt Produktionsleiter, Software Produktionsplanung etc.), die Raumkosten der Produktion ( Miete bzw. Afa der Produktionshalle, Strom, Reinigung etc.), die Nebenarbeiten der Produktion ( Stapler, interne Transportwege etc.) und vieles mehr. Alle diese Arbeiten und Kosten können nicht direkt dem eigentlichen Produkt zugeordnet werden und werden deshalb als Gemeinkosten prozentual auf die Fertigungseinzelkosten aufgeschlagen.

Sondereinzelkosten der Fertigung

Darunter versteht man spezielle Kosten, die bei einzelnen Aufträgen, Losgrößen etc. anfallen. Sie stehen häufig nicht in einem direkten Zusammenhang mit der Menge der produzierten Artikel. Ein Beispiel dafür sind Sonderwerkzeuge. Diese müssen – unabhängig ob nur ein Teil oder 100 Teile gefertigt werden – angeschafft werden.

Beispiel:

Bei der Nachkalkulation eines Produktes wird ermittelt, dass 1.000 € Lohnkosten, 1500 € Maschinenkosten, und 1.000 € für die Anschaffung eines speziellen Werkzeugs angefallen sind. Aus dem BAB ergibt sich, dass die Fertigungsgemeinkosten 40% betragen.

Die Lohnkosten und die Maschinenkosten ergeben zusammen 2.500 € und stellen damit die Fertigungseinzelkosten dar. Die Fertigungsgemeinkosten betragen 40% von 2500 € = 1.000 €. Zusammen mit den Sondereinzelkosten von 1.000 € betragen die Fertigungskosten 4.500 €.

Bei einer Erhöhung der Losgröße würden sich die Fertigungseinzelkosten und somit auch die Gemeinkosten erhöhen. Die Einzelkosten dagegen bleiben unverändert, so dass sich letztendlich die Stückkosten des Produktes reduzieren würden.
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