Pauschalwertberichtigungen

Pauschalwertberichtigungen (PWB) berücksichtigen das allgemeine Ausfallrisiko bei bestimmten Forderungen eines Vertragspartners (also z. B. eines Kunden). Zudem handelt es sich um meist nicht bedeutende bzw. unbewusste einzelne Forderungen. Diese sog. latenten Forderungen haben ein bestimmtes Ausfallrisiko und werden vom Unternehmen pauschal angesetzt.

Vorgehen

Es wird ein pauschaler Betrag auf Forderungen gebildet, die das Unternehmen in den letzten drei bis fünf Jahren aus Erfahrung gesammelt hat. Der Grundsatz der Einzelbewertung gem. § 252 Abs. 3 HGB, gilt damit als gebrochen, da diese vielen Forderungen als zu zeit- und arbeitsintensiv gelten.

Wichtig dabei ist, dass der zu errechnende pauschale Betrag aus den bisherigen Netto-Forderungen entstanden ist. In der Regel werden alle Forderungsausfälle einer Abrechnungsperiode errechnet. Hierbei muss die Rechnung jederzeit nachprüfbar sein.

Buchung einer Pauschalwertberichtigungen

Ähnlich wie bei der Einzelwertberichtigung, erfolgt die Buchung der PWB indirekt. Die pauschale Summe der errechneten Forderungsausfälle wird direkt auf Forderungen abgeschrieben.

Beispiel
Beim Kunden K kommt es zu Liquiditätsproblemen im Geschäftsjahr 2011. Er hat allerdings noch zwei offene Forderungen bei der Xample GmbH. Die Forderungen betragen einmal 22.000,00 € und einmal 23.000,00 € netto. Aufgrund eines geringen Forderungsausfalls im vergangenen Geschäftsjahr, rechnet die Xample GmbH mit einem Pauschalsatz von 4 %.

Buchung
Nettoforderungen von Kunde K (insgesamt) 50.000,00 €
Also: 4 % Pauschalabschreibung = 2.500,00 €

Der Buchungssatz dazu lautet:


Einstellungen in PWB an PWB zu Forderungen 2.500,00 €

Auflösung

Die Pauschwertberichtigung wird, ähnlich der EWB, über das GuV-Konto abgeschlossen. Zum Abschluss-Stichtag wird die PWB an den neuen Forderungsbestand angepasst. Dabei kann der Pauschalwert heraufgesetzt oder herabgesetzt werden.

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