Rentabilitätsrechnung

Die Rentabilitätsrechnung ist eine Methode der statischen Investitionsrechnung und dient zur Berechnung der jährlichen Rentabilität eines oder mehrerer Investitionsprojekte.Die Rentabilität gibt den prozentualen Anteil an, um den sich das durchschnittlich im Investitionsprojekt gebundene Kapital innerhalb einer Periode verzinst. Das Ergebnis der Rentabilitätsrechnung ist also stets eine Prozentzahl.

Die Rentabilitätsrechnung folgt in der Regel auf die Gewinnvergleichsrechnung, da deren Ergebnis die Berechnung der Rentabilität vereinfacht.

Anhand der Rentabilität können Investitionsentscheidungen bewertet werden. Dabei ist das Investitionsprojekt mit der höchsten Rentabilität am vorteilhaftesten.



Wichtig: Die Rentabilitätsrechnung ist ebenfalls ein Durchschnittsverfahren und betrachtet nur eine Periode!



Auch die Rentabilitätsrechnung soll anhand des bereits bekannten Beispiels aus der Kostenvergleichsrechnung und Gewinnvergleichsrechnung verdeutlicht werden.



Berechnung der Rentabilität

Die Rentabilität soll die Verzinsung des gebundenen Kapitals ermitteln. Demzufolge wird der Gewinn (vor Zinsen) durch das durchschnittlich gebundene Kapital geteilt und anschließend, um einen Prozentwert entstehen zu lassen, mit 100 multipliziert.



((G + i) / gebundene Kapital) * 100


Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass zur Berechnung der Rentabilität zunächst noch die kalkulatorischen Zinsen (i) auf den Gewinn addiert werden müssen. Die Zinsen werden, wie die nächste Formel verdeutlicht, bei der Berechnung des Gewinns bereits als Teil der Kosten von den Erlösen abgezogen. Soll also mit dem Gewinn vor Zinsen gerechnet werden, müssen diese demzufolge wieder auf den Gewinn aufgeschlagen werden.

Auf dieser Seite ist noch mal die Formel einzeln zu finden: Rentabilität Formel.

Berechnung des Gewinns

Der Gewinn berechnet sich gemäß der Gewinnvergleichsrechnung aus Erlösen minus Kosten. Die Kosten beinhalten dabei die fixen Kosten, die variablen Kosten multipliziert mit der Stückzahl, die kalkulatorische Abschreibung und die kalkulatorischen Zinsen.


G = E – (Kf + Kv + A + i)
6.000 ZE - (1.000 ZE + 2.000 ZE + 2.000 ZE + 250 ZE) = 750 ZE

Berechnung der kalkulatorischen Abschreibungen

Die kalkulatorischen Abschreibungen berechnen sich durch Subtrahieren des Restwertes vom Anschaffungswert und anschließendem Teilen durch die Nutzungsdauer. Sie geben den jährlichen Wertverlust des Investitionsgegenstands an und sind daher Teil der Kosten.


A = (AW - RW) / t

10.000 ZE / 5 Jahre = 2.000 ZE.

Berechnung der kalkulatorischen Zinsen

Die kalkulatorischen Zinsen berechnen sich durch Multiplizieren des in der Aufgabenstellung gegebenen Zinssatzes mit dem durchschnittlich gebundenen Kapital. Die Zinsen sind die sogenannten Opportunitätskosten, also die Verzinsung, die man erreichen könnte, wenn man das Geld am Kapitalmarkt anlegt, statt in das jeweilige Projekt zu investieren.

Berechnung des durchschnittlich gebundenen Kapitals

Das durchschnittlich gebundene Kapital berechnet sich aus der Summe von Anschaffungswert und Restwert geteilt durch 2.



Gebundenes Kaptial = (AW + RW) / 2
10.000 ZE / 2 = 5.000 ZE



Aus den zuvor ermittelten Werten lässt sich nun die Rentabilität des Investitionsprojekts bestimmen.



((G + i) / gebundene Kapital) * 100
((750 + 250) / 5.000) * 100 = 20%



Merke: Statt den Gewinn plus Zinsen zu berechnen, können auch einfach alle Kosten mit Ausnahme der Zinsen (sprich fixe Kosten, variable Kosten und Abschreibungen) von den Erlösen abgezogen werden. Dies führt zum gleichen Ergebnis, da die Zinsen, wie oben beschrieben, Teil der Kosten sind.



((6.000 – (1.000 + 2.000 + 2.000)) / 5.000) * 100 = 20%

Bewertung der Rentabilitätsrechnung

Wie alle statischen Methoden der Investitionsrechnung betrachtet auch die Rentabilitätsrechnung nur Durchschnittswerte für eine einzige Periode. Darüber hinaus wird der absolute Gewinn außer Acht gelassen und durch den Prozentwert nur die relative Vorteilhaftigkeit eines Projektes ermittelt. Riskantere Investitionen mit absolut niedrigerem Gewinn können also vorteilhafter werden. Ein Beispiel soll dies verdeutlichen:


Ein Projekt A erreicht mit 100 Euro gebundenem Kapital einen Gewinn von 50 Euro, also eine Rentabilität von 50%. Projekt B erreicht mit 1.000 Euro gebundenem Kapital einen Gewinn von 400 Euro, also eine Rentabilität von 40%. Laut der Rentabilitätsrechnung wäre Projekt A vorteilhaft, da es relativ gesehen das eingesetzte Kapital mehr verzinst, als Projekt B.


Daher sollte die Rentabilitätsrechnung nur ergänzend durchgeführt werden, aber niemals alleinige Grundlage für eine Investitionsentscheidung sein.

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