Liquiditätsplanung

Im Zusammenhang mit der Liquiditätsplanung versteht man unter dem Begriff Liquidität die Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens. Wenn ein Unternehmen "liquide" ist, kann es also jederzeit seinen Zahlungsverpflichtungen (z. B. gegenüber Lieferanten) nachkommen.

 



Ziel der Liquiditätsplanung ist es, die Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens zu erhalten. Grob gesagt müssen dazu alle (geplanten) Einzahlung und Auszahlungen erfasst und dargestellt werden. Dabei ist es sehr wichtig, die Zahlungen auch wirklich den Perioden zuzordnen, in denen sie erwartet werden.

Im Prinzip keine komplizierte Rechnung - man muss nur zusehen, die Vorgaben genauestens zu beachten um Flüchtigkeitsfehler zu vermeiden.

Bei der Liquiditätsplanung sind folgende Punkte zu beachten:

  • Welche Ausgaben fallen an? (jetzt)
  • Welche geplanten Ausgaben fallen an? (zukünfitg)
  • Welche Einnahmen werden erziel? (jetzt)
  • Welche Einnahmen werden anfallen? (zukünftig)
  • Wann müssen Leistungen bezahlt werden?
  • Wann erhalten wir Zahlungen für erbrachte Leistungen?
  • Wie hoch ist der Kassenbestand / Bankguthaben?

Liquiditätsplanung - Beispielaufgabe


Aufgabe:
Für ein Unternehmen soll die Liquiditätsplanung für das zweite Quartal erstellt werden. Dabei soll jeder Monat einzel betrachtet werden. Zur Zeit weißt das Unternehmen einen Kassenbestand von 800 € und ein Bankguthaben von 3700 € auf.

Weiterhin steht dem Unternehmen ein Kontokorrentkredit (6.000 €) zur Verfügung.

Für das zweite Quartal ist voraussichtlich mit folgenden Einzahlungen und Auszahlungen zu rechnen.

Einzahlungen:

  • je 2/3 der Umsätze der Monate Januar (24.000,-€), Februar (27.000,-€), März (28.500,-€)
  • je 1/3 der voraussichtlichen Verkäufe im April, Mai, Juni (im Durchschnitt je 29.100,-€, zu skontieren mit 3 %)
  • Gebäudeertrag 540,-€ je Monat
  • Erlös aus Verkauf einer Anlage im April (3.200 €)

Auszahlungen:

  • Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 13.500,-€ je Monat (ab Juni 5% teurer)
  • Personalkosten8.400,-€ je Monat (ab Mai 10 % teurer)
  • sonstige Ausgaben 2.100,-€ je Monat
  • Steuern 1.000,-€ je Monat, April zusätzlich 1.500,-€
  • Gebäudeaufwand: April 360,-€, Mai 500,-€
  • sonstiger Aufwand: April 500,-€, im Juni 1.000,-€
  • Finanzspesen: Juni 100,-€
  • Investitionen: Mai 8.500,-€, Juni 4.380,-€


Lösungswege:
Am besten lässt sich eine solche Liquiditätsplanung mit einer Tabellenkalkulation wie Excel erstellen. Hier ist ein Excel-Screenshot von der Planung, wie sie zu den oben gemachten Angaben aussehen könnte.

Liquiditätsplanung

Anmerkungen

  • Der Saldo aus dem Vormat im April (4500 €) ergibt sich aus dem genannten Bankguthaben und dem Kassenguthaben
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