Kostenvergleichsrechnung

Bei der Kostenvergleichsrechnung werden die jährlichen Durchschnittskosten von zwei oder mehreren Investionsvorhaben gegenübergestellt.

Man stellt also beispielsweise die Kosten von zwei verschiedenen Maschinen gegenüber. Sinn macht dieser Kostenvergleich natürlich nur, wenn die Erlöse der Investionsvorhaben gleich sind.

Wenn also die Maschine A höhere Kosten als Maschine B verursacht, aber auch höhere Erlöse einspielt, macht die Kostenvergleichsrechnung keinen Sinn.

Merke also: Die Erlöse der zu vergleichenden Investitionsvorhaben müssen gleich sein.

Vorgehen bei der Kostenvergleichsrechnung

Die Kostenvergleichsrechnung berechnet die durchschnittlichen Gesamtkosten einer Periode. Diese Gesamtkosten entsprechen der Summe aus fixen Kosten, variablen Kosten, kalkulatorischen Abschreibungen und kalkulatorischen Zinsen.


Das Vorgehen soll anhand folgenden Beispiels verdeutlicht werden:

Anschaffungskosten: 10.000 ZE, Nutzungsdauer: 5 Jahre, fixe Kosten: 1.000 ZE, variable Kosten: 20 ZE, Produktionsmenge: 100, Zinssatz = 5%

Fixe Kosten

Fixe Kosten sind jene Kosten, deren Höhe unabhängig von der Produktionsmenge ist und die somit fix anfallen. Die fixen Kosten sind in Aufgabenstellungen in der Regel gegeben, in diesem Fall betragen sie 1.000 ZE.

Berechnung der variablen Kosten

Variable Kosten verändern sich im Vergleich zu fixen Kosten mit der Produktionsmenge. In der Regel sind variable Kosten pro Stück gegeben. Diese gilt es dann mit der Produktionsmenge zu multiplizieren, um die variablen Gesamtkosten zu erhalten. In unserem Beispiel werden demzufolge die variablen Stückkosten von 20 ZE mit der Produktionsmenge von 100 multipliziert, was zu variablen Gesamtkosten von 2.000 ZE führt.

Berechnung der kalkulatorischen Abschreibungen

Die kalkulatorischen Abschreibungen berechnen sich durch Subtrahieren des Restwertes vom Anschaffungswert und anschließendem Teilen durch die Nutzungsdauer. Sie geben den jährlichen Wertverlust des Investitionsgegenstands an und sind daher Teil der Kosten.
A = (AW - RW) / t
Im gewählten Beispiel betragen die jährlichen kalkulatorischen Abschreibungen also 10.000 ZE / 5 Jahre = 2.000 ZE.

Berechnung der kalkulatorischen Zinsen

Die kalkulatorischen Zinsen berechnen sich durch Multiplizieren des in der Aufgabenstellung gegebenen Zinssatzes mit dem durchschnittlich gebundenen Kapital. Die Zinsen sind die sogenannten Opportunitätskosten, also die Verzinsung, die man erreichen könnte, wenn man das Geld am Kapitalmarkt anlegt, statt in das jeweilige Projekt zu investieren.

Berechnung des durchschnittlich gebundenen Kapitals

Das durchschnittlich gebundene Kapital berechnet sich aus der Summe von Anschaffungswert und Restwert geteilt durch 2.

Gebundenes Kaptial = (AW + RW) / 2


Das durchschnittlich gebundene Kapital in unserem Beispiel beträgt dementsprechend 10.000 ZE / 2 = 5.000 ZE


Zur Berechnung der kalkulatorischen Zinsen wird dieser Wert von 5.000 ZE mit 5%, sprich 0,05, multipliziert und führt zu kalkulatorischen Zinsen von 250 ZE.


Durch Addition von fixen Kosten, variablen Kosten, kalkulatorischen Abschreibungen und kalkulatorischen Zinsen können nun die Gesamtkosten eines Investitionsvorhabens ermittelt und mit anderen Alternativen verglichen werden.


1.000 ZE + 2.000 ZE + 2.000 ZE + 250 ZE = 5.250 ZE

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