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Die Annuitätenmethode wird auch als Verrentung bezeichnet.
Ziel der Annuitätenmethode:
Es sollen alle Zahlungen, die mit dem Investitionsobjekt verbunden sind, gleichmäßig auf die Nutzungsjahre verteilt werden.
Dabei treten zwei Fragen auf:
1. Wie verteilt man die Anschaffungsauszahlung (heutige Zahlung), unter
Berücksichtigung von Zins und Zinszins auf die Nutzungsdauer?
2. Wie verteilt man den Restwert (spätere Zahlung) unter Berücksichtigung von
Zins und Zinseszins auf die Laufzeit einer Investition?
Das sind die zwei Probleme bei der Berechnung einer Verrentung. Hier werden nun die beiden Fragen von oben nacheinander rechnerisch beantwortet.
1. Verrentung einer heutigen Zahlung:
Hierbei wird ein Barwert (K0), den wir heute zur Verfügung haben auf die jeweiligen Jahre aufgezinst. Wir erhalten dann die jährlichen Auszahlungen (g) die wir bekommen, wenn wir den Barwert (K0) über die gegebene Zeit (n-Jahre) anlegen würden.
Um den jährlich Auszahlung (g) zu berechnen, verwendet man entweder die allgemeine Formel:
Wobei n die Anzahl der Jahre wiedergibt und i für den Zinssatz steht.
In der Schule oder an Unis ist es oft üblich ein Zahlenwerk mit den entsprechenden
Faktoren auszuhändigen. In findet ihr Faktoren, die sowohl die Anzahl der Jahre, als
auch den gegeben Zinssatz berücksichtigen. Hier müsst ihr den
Kapitalwiedergewinnungsfaktor (KWF) benutzen.<
Beispiel Aufgabe:
Der 66-Jahre alte Helmut Helmutsen mit einer angenommenen Restlebenserwartung
von 13 Jahren (n) hat 100.000 Euro gespart. Er möchte diese einzahlen und sich eine
jährliche Rente mit einer Verzinsung von 6 % (i) auszahlen lassen.<
Wie hoch ist die jährliche Rente?
Herr Helmutsen würde also eine jährliche Rente in Höhe von 11.296 Euro erhalten.
2. Verrentung einer späteren Zahlung:
Hierbei wird ein angenommener Endwert (Kn) den wir vermutlich in der Zukunft (nach
n-Jahren) zur Verfügung haben auf den Barwert (K0) abgezinst. Als nächstes wird dieser
Barwert auf die gegebene Zeit aufgezinst um die jährlichen Beträge (g) zu erhalten. Das
hört sich schon sehr kompliziert an und sieht in der Grafik auch kompliziert aus, deshalb
kommt hier zur Vereinfachung der Restwertverteilungsfaktor (RVF) ins Spiel. Wir
errechnen dann die notwendigen jährlichen Einzahlungen (g), die wir einzahlen
müssten um den gewünschten Endwert (Kn) nach gegebener Zeit (n-Jahre) zu erhalten.
Restwertverteilungsfaktor findet Anwendung:
Um den jährlich Auszahlung (g) zu berechnen, verwendet man entweder die allgemeine
Formel:
Wenn ein Zahlenwerk mit den jeweiligen Faktoren gegeben ist, sucht ihr euch daraus
mit Hilfe der gegebenen Jahre (n) und dem gegebenen Zinssatz (i), den
Restwertverteilungsfaktor (RVF) raus und berechnet die jährliche Zahlung (g) so:
Beispiel 1:
Eine Investition verspricht nach 7 Jahren (n) einen Restwert von 20.000 Euro
abzuwerfen. Welche jährliche Einzahlung entspricht diesem Restwert, wenn der
Investor mit einem Kalkulationszinssatz von 10 % (i) rechnet?
Die jährliche Einzahlung beträgt somit 2.108 Euro um nach 7 Jahren einen Restwert von
20.000 Euro zu erhalten.
Beispiel 2:
Nina Netto steht kurz vor ihren Examen in BWL. Sie überlegt, welche
Gehaltsforderungen sie stellen müsste, um in 10 Jahren (n) Millionärin zu sein. Die Bank
würde 6 % (i) Zinsen zahlen.
Nina müsste also ein jährliches Gehalt von 75.868 Euro beziehen um in 10 weiteren
Jahren Millionärin zu sein. Außerdem müsste sie 10 Jahre lang bei ihren Eltern Wohnen
und keine zusätzlichen monatlichen Ausgaben für Lebensmittel, Miete etc. haben. Dieses
Beispiel dient somit also nur zur Verdeutlichung der Thematik und entspricht nicht so
sehr der Realität.