Wandelanleihen - ein Mix aus Aktien & Anleihen

Die Wandelanleihe, die auch Wandelschuldverschreibung oder Wandelobligation bezeichnet wird, ist vom Grundsatz her ein festverzinsliches Wertpapier, welches jedoch in Aktien umgewandelt werden kann.



Das Recht auf Wandlung liegt beim Inhaber der Anleihe, der sich während der Laufzeit entscheiden kann, ob er von diesem Wandlungsrecht Gebrauch machen möchte oder das Kapital am Laufzeitende zurückerhalten möchte.

Merkmale und Eigenschaften

Die Haupteigenschaft der Wandelanleihe ist, dass dieses festverzinsliche Wertpapier bei Bedarf in eine bestimmte Anzahl von Aktien eingetauscht werden kann. Welche und wie viele Aktien das sind, ist bereits in den Anleihebedingungen festgelegt, was auch für das Umtauschverhältnis gilt.


So könnten die Anleihebedingungen zum Beispiel vorsehen, dass jeweils 1.000 Euro Nennwert der Anleihe in 50 XY-Aktien eingetauscht werden können. Das Umtauschverhältnis läge in diesem Fall bei 1:20, da der Inhaber für 20 Euro Nominalwert eine Aktie erhalten würde.


Dieses Umtauschverhältnis ist auch die Basis, auf der sich der Anleger ausrechnen kann, ab welchem Aktienkurs sich die Wandlung lohnen würde. Im Beispiel würde eine Aktie den Anleger quasi 20 Euro kosten, sodass sich die Wandlung rentieren würde, falls der Aktienkurs bei mindestens 20,01 Euro notiert (Kosten unberücksichtigt). Nach der Wandlung ist der vorherige Inhaber der Anleihe dann Aktionär mit allen damit verbundenen Chancen und Risiken. Somit wird der Anleger nach der Wandlung vom Gläubiger zum Teilhaber.

Vor- und Nachteile der Wandelanleihen

Vorteile

  • ideal für Anleger, die sich nicht zwischen Aktien und Anleihen entscheiden möchten
  • für eine Anleihe überdurchschnittliche Erträge möglich
  • Möglichkeit zur Wandlung meistens ein Recht und keine Pflicht
  • meistens Börsennotierung


Nachteile

  • Zinssatz meistens etwas unter dem Marktniveau
  • nach Wandel Risiko von Kurs- bzw. Kapitalverlusten
  • vor Wandel besteht Emittentenrisiko
  • es gibt auch Anleihen mit der Pflicht zum Wandel

Für welche Anleger geeignet?

Besonders geeignet sind Wandelanleihen für alle Anleger, die sich die Entscheidung offenhalten möchten, ob sie in Anleihen oder Aktien investieren möchten. Der Anleger kann zunächst vom Rückzahlungsanspruch der Anleihen profitieren, kann bei entsprechend günstiger Entwicklung aber auch Aktien erwerben und hier von möglichen Kursgewinnen profitieren.

Zusammenfassung Wandelanleihen

  • Wandelanleihen verbriefen meistens das Recht, mitunter auch die Pflicht, eine bestimmte Anzahl definierter Aktien zu einem festen Umtauschverhältnis zu erwerben
  • nachdem der Anleger vom Wandlungsrecht Gebrauch gemacht hat, wird er zum Aktionär und die Anleihen „erlischt“
  • der Zinssatz ist bei den Wandelschuldverschreibungen meistens etwas niedriger als das Marktniveau
  • emittierte werden die Wandelanleihen meistens von Aktiengesellschaften und die Papiere werden in der Regel an der Börse notiert

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