Welche Währungspaare sind im Forex Handel beliebt?

Der Handel mit Fremdwährungen, auch Forex-Handel genannt, findet aus verschiedenen Motiven heraus statt. Neben dem reinen Währungstausch aufgrund von tatsächlich stattfindenden Transaktionen mit Waren oder Dienstleistungen gibt es zudem Investitions- und Spekulationsmotive.

Unter den meist gehandelten Währungspaaren befinden sich die jeweiligen Währungen der wirtschaftlich führenden Länder bzw. Kontinente, wie ein Blick auf die Handelsvolumina zeigt.

Der US-Dollar bleibt die internationale Leitwährung

Auch wenn manche Länder - wie beispielsweise China - schon vor einiger Zeit angekündigt haben, einen größeren Anteil der Währungsreserven in Euro zu halten, bleibt der US-Dollar die Leitwährung. Alle vier der meist gehandelten Währungspaare enthalten deshalb den US-Dollar als eine der gehandelten Währungen. Es sind:


  • das Währungspaar Euro und US-Dollar (EUR/USD), welches die starken transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen widerspiegelt
  • das Währungspaar Japanischer Yen und US-Dollar (JPY/USD). Dieses ist wegen der hohen außenwirtschaftlichen Verflechtungen zwischen USA und Japan hoch interessant. Zudem hat Japan jahrelang Niedrigzinsen gehabt, was die Inflation als Grund für stetige Wertverluste ausschließt. 
  • das Währungspaar Australische Dollar und US-Dollar hat eher eine Bedeutung für die beiden Länder, da eine rege Außenhandelstätigkeit besteht. Zu den bedeutenderen Produkten Australiens gehören Edelmetalle, Rohstoffe und Öl.

In der Heimatwährung Euro abrechnende Anleger handeln neben dem auch weltweit führenden Währungspaar USD/EUR auch häufig mit englischen Pfund. Wer die Handels- und Investitionstätigkeit in diesen Währungen verstehen will, der sollte auf einige der Auswahlkriterien für das für einen Anleger am besten geeignete Währungspaar achten.

Unterschiedliche kurz- und mittelfristige Aussichten der beiden Währungen

Am Besten lassen sich die Auswahlkriterien für Währungspaare bzw. den Devisenhandel zu Anlage- oder Investmentzwecken anhand von Situationen verdeutlichen, bei denen die in den nächsten Monaten erwarteten Entwicklungen der beiden Länder auseinander driften. Die kurzfristig investierenden Anleger suchen dann eine Zuflucht in der vergleichsweise sichereren Fremdwährung und kehren erst später - hoffentlich mit Kursgewinnen - in die eigene Heimatwährung zurück. Anhand zweier aktueller Beispiele lässt sich die Entwicklung zweier für Europa bedeutender Währungspaare sehr gut beschreiben:

Sorgen um die europäische Finanzstabilität ließen das Britische Pfund steigen

Schon seit der griechischen Finanzkrise und dem dortigen Schuldenschnitt steigt die Verunsicherung des gesamten Euro-Raumes. Deshalb gingen viele Anleger davon aus, dass sich der Euro schwächer als das Britische Pfund entwickeln würde. Ein Blick auf die Kurse des Währungspaares vom 1. Mai 2014 und Ende Oktober spricht Bände: Am 1. Mai bekamen die Anleger für 1 Euro (vor Gebühren) noch knapp über 0,82 GBP. Für alle im Euro Raum beheimateten Anleger bedeutete dies, dass sie beim Rücktausch Ende Oktober (und wahrscheinlich auch noch Anfang November) einen Wertzuwachs realisieren konnten. Der Währungshändler muss beim Verkauf der Britischen Pfund lediglich knapp unter 0,79 GBP für einen Euro bezahlen. Kann sich also über einen Spekulationsgewinn freuen.


Die Herausforderung beim Währungshandel liegt dann darin, dass die Entwicklungen der letzten Wochen und Monate nicht einfach fortgeschrieben werden können. Stattdessen gibt es immer wieder neue konjunkturelle und gesamtwirtschaftliche Einflüsse, die die Kursbewegungen erst nach genauer Analyse zumindest teilweise erklären können. Aus diesem Grund befassen sich in Großbanken mit Eigenhandel auch eigene Spezialisten mit Prognosen für kurzfristige Schwankungen ebenso wie mit den langfristigen Entwicklungen.

Cross-Currency Geschäfte vermischen Zins- und Kursentwicklungserwartung

Eine weitere Möglichkeit des Währungshandels bezieht sich meist auf langfristig erwartete Abweichungen zwischen der Kursentwicklung einer Fremdwährung und den dort möglicherweise gezahlten höheren Zinsen. In diesem Fall tauscht die Bank einen Betrag in Fremdwährung und verbindet dies mit einem fest vereinbarten Rückkauf im Rahmen eines Termingeschäftes. Diese Transaktion lebt dann davon, dass die in der Währung des Ziellandes gezahlten Zinsen höher sind als der Abschlag auf die Devisen Swap bzw. Cross-Currency-Geschäft genannte Transaktion.

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