Unterschiede zwischen Optionen und Optionsscheinen

Optionen und Optionsscheine sind beides Derivate, die auf eine Aktie aufbauen. Bei beiden Finanzprodukten handelt es eigentlich um Finanzwetten: der Anleger schließt bei Optionen sowie bei Optionsscheinen einen Kontrakt ab, um einen Wert zu einem festgelegten Preis zu verkaufen (Put) oder kaufen (Call). Der Unterschied zwischen beiden Produkten liegt daran, wann das Recht auf Kauf oder Verkauf ausgeübt wird. Der Gegenstand eines solchen Terminkontrakts wird auch Underlying genannt. Unterlayings können Anleihen, Aktien, Rohstoffe, Währungen sein oder auch Aktienindizes, Rentenindizes oder Zins-Futures.

Was sind die Gemeinsamkeiten von Optionsscheine und Optionen?

Optionsscheine und Optionen bilden für den Käufer ein Recht – er kann beispielsweise eine Aktie zu einem bestimmten Kurs kaufen oder verkaufen. Dieses Recht ist aber zeitlich befristet. Wenn bis dahin das Recht nicht ausgeübt wurde, entfällt die Option. Der Verkäufer garantiert, dass er dieses Recht auch auf Verlangen erfüllt. Dafür erhält er vom Käufer als Vergütung eine Optionsprämie.

Die Unterschiede von Optionen und Optionsscheine

Beide Derivate sind in der rechtlichen Ausgestaltung identisch. Im Fall von Optionen gibt es vier verschiedene Handlungsmöglichkeiten:

  1. Long Call - Recht auf Kauf einer Aktie
  2. Long Put - Recht auf Verkauf einer Aktie
  3. Short Call – Aktie wird auf Verlangen verkauft
  4. Short Put – Aktie wird auf Verlangen gekauft

Optionsscheine sind die abgeschwächte Version von Optionen, denn die nehmen nur die Longseite ein (Nummer eins bis zwei der obigen Auflistung). Die Short-Position nimmt der Emittent des Optionsscheines ein.

Bei Optionen wird täglich an den Optionsbörsen mindestens ein Kurs gestellt, bei den meisten Optionsscheinen werden die Kurse seltener gestellt. Daher ist es bei Optionsscheinen für den Käufer recht schwer, den korrekten Wert zu ermitteln und er muss ihn aufwändig errechnen.


Ein weiterer Unterschied von Optionen zu Optionsscheinen ist, dass Letztere an der klassischen Wertpapierbörse gehandelt werden - Optionen hingegen nur an speziellen Optionsbörsen, wie zum Beispiel der EUREX. Von Einhundert Optionen werden etwa durchschnittlich 80 nicht ausgeübt. Sie verfallen dann wertlos und der Stillhalter erhält seine Prämie, ohne dass er dafür in die Pflicht genommen wurde. Für Emittenten von Optionsscheinen ist dies eine gute Geschäftsmöglichkeit. In den USA sind Optionsscheine verboten und Optionen gehören zum Standardrepertoire der Marktteilnehmer.

Emissionsrisiko und Sicherheit von Optionen und Optionsscheine

Optionsscheine sind einfach ausgedrückt Schuldverschreibungen der emittierenden Bank. Geht nun die Bank in Insolvenz, so wird auch der Optionsschein wertlos. Optionen hingegen sind durch die Optionsbörse abgesichert. Diese sichert sich durch eine entsprechende Sicherheitseinlage beim Verkäufer ab. Dadurch ist das Risiko bei Optionen deutlich geringer als bei Optionsscheinen.

Während Trader Aktien besitzen oder nicht besitzen können, ist die Vielfalt bei Optionen größer. Denn sie definieren einen Vertrag, der ein Recht für Kauf oder Verkauf von Aktien bestimmt. Solch ein Kontrakt kann aussagen, dass Aktien unter bestimmten Bedingungen gekauft oder verkauft werden können. Die Gegenseite eines solchen Vertrages wird als Stillhalter bezeichnet.

Im Fall von Optionen steht dem Optionskäufer mit einem Recht auf einen Kauf oder Verkauf eines Basiswertes zu einem bestimmten Preis immer der Stillhalter gegenüber. Er nimmt die Gegenposition ein und kauft oder verkauft die Aktie zu einem festgelegen Wert. Im Gegenzug erhält der Stillhalter hierfür die Optionsprämie. Im Gegenteil dazu ist im Fall eines Optionsscheines die Gegenseite auch immer der Emittent.
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