Forexhandelsstrategien Rollover und Carry Trade

Wer als Trader ein Währungspaar kauft, kauft eine Währung und verkauft dafür eine andere. Umkehrt verkaufen Trader ein Währungspaar und kaufen dafür eine andere Währung. Jede dieser Währungen hat einen individuellen Zinssatz. Dieser wird von der entsprechenden Zentralbankbehörde des Landes bestimmt. Hat die ausgewählte Währung einen höheren Zinssatz als die andere, so liegt ein Zinsgefälle vor. In der Zeit, in dem jetzt dieses Währungspaar gehalten wird, muss der Trader Zinsen zahlen oder, im Falle eines niedrigen Zinssatzes, muss der Forex Broker Zinsen an den Trader zahlen.

Definition des Begriffes Rollover

Mit Rollover wird der Zins bezeichnet, der fällig wird, wenn eine Position über Nacht gehalten wird. Da Forexhandel immer mit Währungspaaren erfolgt, gehen mit den zwei unterschiedlichen Währungen in der Regel auch unterschiedliche Zinssätze einher. Liegt der Zinssatz der Währung, die gekauft wurde, höher als der Zinssatz der verkauften Währung, so wird dem Trader ein Rollover ausgezahlt – der sogenannte positive Rollover. Liegt der Zinssatz der gekauften Währung niedriger als die der verkauften, so muss der Trader Rollover an den Broker zahlen – der negative Roll. Somit ist der Rollover je nach Trade ein zusätzlicher Gewinn- oder Kostenfaktor.

Recht häufig ist der Rollover-Zinssatz jedoch recht unbedeutend, da es nur eine sehr geringe Differenz zwischen den beiden Zinsen der Währungen gibt. Trotzdem ist es wichtig, das aktuelle Zinssatzgefälle jedes gehandelten Währungspaares zu kennen. Denn es kann dem Trader viel Geld kosten, wenn er nicht von einem großen Zinsgefälle weiß. Die Kosten für das Rollover werden auf dem Broker Konto gesondert ausgewiesen.

Spekulationsstrategie Carry Trade

Ein Currency Carry Trade – kurz CCT - ist eine Spekulationsstrategie, in der ein Trader beim Broker einen Kredit einer Währung aufnimmt, der ein niedriges Zinsniveau besitzt, um damit eine andere Währung mit höherem Zinsniveau zu kaufen. Er spekuliert dabei darauf, dass ihm aufgrund der höheren Einkünfte aus Zinsen nach Rückzahlung des Kredits trotzdem noch ein Gewinn verbleibt. Ein CCT ist mit Risiken durch Zinsänderungen und Wechselkursschwankungen behaftet.

Daher setzt sich die Rendite immer aus zwei unterschiedlichen Teilen zusammen:


Um die zuvor genannten Risiken zu minimieren, lohnt es sich Zinsschwankungen durch festverzinsliche Geschäfte zu eliminieren und das Wechselkursrisiko durch entsprechende Terminmarktgeschäfte. Allerdings reduziert diese Absicherung auch den Ertrag.

Ein Beispiel eines Carry Trades:


Japan hat jahrelang die Zinssätze sehr niedrig gehalten, wodurch auch der japanischen Yen auf einer niedrigen Zinsstufe steht. Der Grund dafür war, dass die Regierung mit diesem schwachen Yen den japanischen Export unterstützen wollte, wenn japanische Waren nach Europa oder den USA verkauft wurden. Für Forex Trader bedeutete diese Politik, dass das Zinsgefälle zwischen dem Yen und fast jeder anderen Währung, die ihm gegenübergestellt wurde, sehr hoch war. Trader bekamen eine Prämie ausgezahlt, wenn sie den Yen handelten. Zwar liegt diese Zinsspanne bei eher geringen Beträgen, um die 3 Prozent, doch bei größeren Handelspositionen im sechsstelligen Bereich bringt das eine nette Rendite. Private Forex Trader halten in der Regel allerdings keine ausreichend hohe Positionen, dass sich für sie ein CCT lohnen würde.
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