Welche Risiken und Chancen birgt Social Trading?

Aus Expertensicht wäre es grob fahrlässig, einzig auf die Chancen hinzuweisen, die Trader auf dem Gebiet hinzuweisen. Denn ganz gleich, wie erfahren Händler sind: Ein Risiko besteht immer, den vollen oder zumindest einen Anteil des Einsatzes zu verlieren.

Nichtsdestotrotz können Anleger über die Social Trading-Angebote sehr hohe Renditen erzielen und dabei in den Genuss des Wissens der Gemeinschaft kommen. Ein Verständnis für die Handelswert-Auswahl der Vorbilder braucht es dennoch, um Nutzen und Risiken des Social Trading richtig einschätzen zu können.

Mindestens diese folgenden zentrale Fragen müssen Händler vor dem Start beim Social Trading stellen:

  • Welche Ziele verfolge ich selbst?
  • Durch welche Eigenschaften sollten sich potentielle Vorbilder auszeichnen?
  • Welche Märkte interessieren mich?
  • Welche Risiken möchte ich eingehen?
  • Wie umfangreich fallen die Social-Trading-Angebote aus?

Systematischer Handelsansatz – auch automatisch einsetzbar

Natürlich gibt es weitere Punkte, die zu beherzigen sind, wenn man sich Chancen und Risiken des Social Tradings vergegenwärtigen möchte. Die Modelle sollen – so vermitteln es die Anbieter-Darstellungen werbewirksam – so etwas wie „Trading 2.0“ mit System und dem Wissen der Vielen sein. Bei richtiger Anwendung erweisen sich die Systeme tatsächlich als chancenreicher Weg. Wie groß die Chancen letztlich einzuschätzen sind, entscheidet sich danach, ob Trader beim Social Trading „nur“ normale Händler kopieren können, oder ob Broker vielleicht Einblicke in die Positionen professioneller Trader und Mitarbeiter gewähren. Können Orders regelrechter Star-Anleger per Automatik-Trading nachgebildet werden, fällt das Risiko aufgrund des großen Erfahrungsschatzes oft geringer aus, als wenn Händler weniger erfahrenen Tradern folgen.

Netzwerken mit anderen Kunden des Brokers

Die Chancen des Social Trading liegen jedenfalls gerade darin, dass Anfänger und Fortgeschrittene über die Netzwerke ihrer Broker das Copy-Trading dazu nutzen können, Handelsstrategien von Profis ins eigene Portfolio zu spiegeln – hier erklärt sich der Begriff „Mirrortrading“. Ein Vorzug des Social Tradings zeichnet sich weiterhin für alle Händler ab, die nicht die nötige Zeit haben, um ständig die Märkte zu analysieren. Diese Vorbereitung und Analysearbeit auf den Handel übernehmen andere Trader. Die Masse übernimmt somit im Grunde die Auswertung für den Einzelnen. Das Risiko: Unüberlegtes Kopieren kann durchaus erfolglos enden. Präzises Arbeiten aber sowie das Ausnutzen der Diskussionsmöglichkeiten, die beim Social Trading vielfach zum Standard gehören, können die Trading-Ausbildung regelrecht beflügeln und früh zu einem Lernstatus führen, der ohne Mirror-Trading und den Erfahrungstausch deutlich länger auf sich warten ließe.

Gemeinsam traden bei individueller Risikoeinschätzung

Das wohl größte Risiko des Social Tradings ist darin zu sehen, dass Händler ungeprüft bisher erfolgreichen oder schlicht den falschen Vorbildern folgen. Unreflektiertes Vorgehen stellt eine erhebliche Verlustgefahr dar. Im schlimmsten Falle handeln kopierte Trader überstürzt und ohne genaue Analyse. In diesem Fall tappen alle Nacheiferer in dieselbe Falle und verlieren ihren Einsatz ebenso. Zudem muss jeder Nutzer die Vorbilder finden, die zum eigenen Verhalten passen. Einsätze sollten weder zu hoch noch zu gering angesetzt werden und zum persönlichen Risiko- und Kapitalmanagement passen, damit beim Social Trading ein gesundes Verhältnis zwischen Risiken und Chancen erreicht wird. Vergessen dürfen Händler einen Rat von berufener Seite nicht: Social Trading ist beim besten Willen kein passives Hinterrennen. Auch hier geht es um aktives Agieren und Planen. Zugleich sollte das Thema Diversifikation im Mittelpunkt stehen.

Das Kapital auf verschiedene Top Trader und das Kopieren ihrer Investitionen zu verteilen, dient der dringend ratsamen und unverzichtbaren Risikostreuung, die Anleger vermutlich schon aus anderen Anlagebereichen nur allzu gut kennen. Zudem kann das Verlustrisiko beim Social Trading durch Stopp-Losses und ähnliche Zusatzfunktionen gesenkt werden – auch wenn die kopierten Händler ihrerseits auf solche Absicherungen verzichten.
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